Sylt : Dauerbaustelle in Westerland nervt Anwohner

Seit Oktober 2012 ist der Westerländer Bundiswung eine Baustelle - und wird es wohl noch bis zum Jahresende bleiben. Foto: Pfeifer
1 von 3
Seit Oktober 2012 ist der Westerländer Bundiswung eine Baustelle - und wird es wohl noch bis zum Jahresende bleiben. Foto: Pfeifer

Seit vergangenem Oktober erneuert die Energieversorgung Sylt im Bundiswung in Westerland die Gasleitungen. Mindestens bis Ende des Jahres bleibt die Straße eine Baustelle.

Avatar_shz von
13. Juni 2013, 12:02 Uhr

Westerland | Viele Anlieger der Westerländer Straße Bundiswung sind von den Bauarbeiten an ihrer Straße hochgradig genervt. Das bekamen in dieser Woche auch die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Sylt zu spüren. Eigentlich wollten die nur darüber beschließen, den ursprünglich erst für 2014 geplanten Ausbau der etwa einen halben Kilometer langen Straße auf diesen Herbst vorzuziehen, sahen sich dabei jedoch unvermittelt dem Zorn eines knappen Dutzends Anwohner über die bereits seit acht Monaten aufgerissene Straße ausgesetzt. Der Grund: Bereits im vergangenen Oktober hat die Energieversorgung Sylt (EVS) damit begonnen, die Gasleitungen im Bundiswung zu erneuern - und ist damit bis heute noch nicht fertig.
Sobald das der Fall ist, wird die Straße provisorisch wieder hergerichtet, um kurz darauf mit deren Ausbau zu beginnen. "Gibt es für so etwas denn keinen abgestimmten Zeitplan?", schimpfte ein Anwohner, während eine andere Anliegerin mehr Rücksicht auf jene Betroffenen einforderte, die den Großteil der Ausbaukosten von 465.000 Euro zu tragen hätten und seit Monaten von Schlaglöchern umgeben seien. Kritik gab es auch an der ungenügenden Informationspolitik der Gemeinde hinsichtlich des geplanten Ausbaus. "Ihre Beschlüsse können uns Anlieger womöglich teuer zu stehen kommen", erklärte Ex-Stadtvertreter und Bundiswung-Anlieger Johann Frank.

Anwohner tragen 75 Prozent der Kosten

Hinsichtlich der Dauer der bisherigen Bauarbeiten verwies Inselbaumeister Wolfgang Knuth während der Sitzung lediglich auf die EVS als Ansprechpartner, die das Recht habe, jederzeit ihre Leitungen zu erneuern. In Sachen Anliegerbeteiligung erklärte er, dass die noch bevorstehe, und zwar ehe der Ausschuss über den Ausbau-Standard entscheide. "Darüber, ob der Bundiswung saniert wird, müssen wir nicht diskutieren", sagte Knuth angesichts des seit Jahren desolaten Straßenzustandes.
Auf Nachfrage des shz:z begründete EVS-Geschäftsführer Marek Zelezny die Dauer der Leitungsarbeiten mit dem ungewöhnlich langen Winter, der fast fünf Monate lang für Stillstand gesorgt habe. Seinen Angaben zu Folge, soll der erste Abschnitt zwischen Schützen- und Bismarckstraße Mitte nächste Woche fertig sein, der zweite bis zur Süderstraße Ende Juli. "Um Schäden an der neuen Fahrbahndecke zu vermeiden ist es Standard, dass wir vor dem Ausbau an die Leitungen rangehen." Was bleibt ist die Frage, warum Leitungsarbeiten und Straßenausbau nicht Hand in Hand gehen, um die Belastung für die Anlieger zu verringern? Selbst mit dem jetzt vorgezogenen Ausbau, der im September beginnen soll, wird die Straße für sechs Wochen provisorisch hergerichtet, um sie dann wieder komplett aufzureißen. Sowohl Zelezny wie auch Tiefbauamtsleiter Rainer Brudnitzki gestanden am Dienstag ein, dass es auf beiden Seiten noch Potenzial gebe, die Abläufe zu verbessern. Zelezny: "Wir hoffen, dass es bei den nächsten Maßnahmen in der Bismarck- und der Friesischen Straße schneller gehen wird."
Für die Bewohner des Bundiswung ein eher schwacher Trost: Auch wenn ihre Straße lediglich konventionell ausgebaut wird, werden sie mindestens bis Ende des Jahres - und damit 15 Monate lang - eine Baustelle oder Buckelpiste vor der Haustür haben. Und am Ende 75 Prozent der Kosten zu tragen haben. Wobei das Bauamt jetzt zumindest prüfen will, ob es möglich ist, durch einen zügigen Ausbaubeginn einen Teil des Wiederherrichtungsaufwandes durch die EVS einzusparen und den Anliegern zugute kommen zu lassen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen