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Theater in Westerland : „Das Volk verdient die Wahrheit“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Deutschkurs des elften Jahrgangs des Schulzentrums Sylt spielt Brechts „Galileo".

Die Messlatte lag am Donnerstagabend hoch: Die Brecht`sche Gesellschaftskritik in „Galileo“ an Kirche und Gesellschaft in die Jetztzeit zu transportieren und anspruchsvolle Textinhalte glaubhaft wiederzugeben, kann Schülertheater leicht überfordern.

Anders die Schüler um Deutschlehrerin Gabriele Berger-Schröer. Monatelange theoretische Auseinandersetzung um die Aussagen Bertolt Brechts und moderne Text-Transformationen schafften die Basis für einen beeindruckenden Theaterabend in der Westerländer St. Nikolai-Kirche. Bis hin zur musikalischen Dramaturgie mit Orgelstücken und Jazzelementen entstand ein faszinierendes Zusammenspiel aus Spielszenen, die sich durch das gesamte Kirchenschiff zogen.

Rund zwei Stunden lang zeichneten die Schüler das Leben Galileos nach und überzeugten durchweg durch große Lust am darstellenden Spiel und souveräne Auftritte. Bis hin zu den aufwendigen Kostümen und der perfekten Musikintermezzi spürten die über 200 Zuschauer die profesionelle Akribie, mit der die Schüler und Berger-Schröer zwei Jahre nach der Faust-Inszenierung das Projekt „Galileo - und sie bewegt sich doch“ umgesetzt haben.

Obwohl alle Schüler in ihren Rolle überzeugen konnten, sind besonders die Leistungen von Anton Schmidt und David Saß hervorzuheben. Sie verkörperten den jungen und alten Galileo und proklamierten teilweise seitenlange Textpassagen fehlerfrei. So konnten die Zuschauer vor allem am Ende des Stückes die Zerrissenheit des Wissenschaftlers zwischen eigenem Wohlergehen und dem Drang, die Wahrheit über seine Erkenntnisse der Welt mitzuteilen, gebannt mitverfolgen.

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erstellt am 04.Feb.2017 | 04:46 Uhr

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