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Wohnen auf der Insel : Das tut sich im Sylter Wohnungsbau

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wiesen-Kauf, Gerichtsurteile und Baustarts: Darum ging es auf der Sitzung des Wohnungsbauausschusses.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2015 | 05:19 Uhr

Querbeet über die Sylter Baustellen – die echten, die geplanten und die metaphorischen – führte Markus Kopplin, Leiter des Kommunalen Liegenschaftsmanagements, die Mitglieder des Wohnungsbauausschusses am Montagabend.


Was wird aus der Alten Schule?


Beim aktuellen Leerstandsbericht ging Kopplin unter anderem auf die Alte Schule in Morsum und auf die Frage ein, warum dort eine der Wohnungen nicht vermietet sei. Zwei der Wohnungen in dem Gebäude seien momentan vermietet, die aktuell leer stehende Wohnung sei so dermaßen verschimmelt, dass „da mit ein bisschen Schimmelspray nichts zu machen ist“. Ohnehin entspreche auch der Schnitt der Wohnung keinen modernen Ansprüchen mehr. „Wir müssen uns grundlegend überlegen, was wir mit dem Objekt machen wollen“, so Kopplin. In Anbetracht der Tatsache, dass geplant ist, in der ehemaligen Morsumer Grundschule Wohnungen zu schaffen, könnte man auch die Alte Schule in etwaige Planungen aufzunehmen.


Asylbewerber in die Wohnsiedlung Süd


Im Zusammenhang mit dem voranschreitenden Abriss der Wohnsiedlung Süd wurde vom Ausschuss angefragt, ob in den Wohnungen, die noch nicht abgerissen sind, aber momentan leer stehen, nicht eventuell Asylbewerber untergebracht werden könnten. Von dieser Idee war Kopplin nicht begeistert: Zum einen seien die Wohnungen „in einem erbärmlichen Zustand“ und größtenteils vom Strom abgeschlossen, zum anderen sollen die Wohnungen ja abgerissen werden: „Für nur ein halbes Jahr dort Asylbewerber unterzubringen, macht aus meiner Sicht keinen Sinn“, so Kopplin. In Anbetracht der Situation, dass es auf der Insel zu wenige Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber gebe, könne man die Wohnungen doch mit wenig Geld wieder herrichten, regte Mathias Lauritzen (SPD) an. Dem widersprach Holger Flessau: „Wir müssen für die Asylbewerber eine langfristigere Lösung finden“.


Startschuss am Bastianplatz



Für die geplanten 60 Wohnungen, die das Kommunale Liegenschafts-Management auf dem Bastianplatz bauen will, habe man die eingegangenen Angebote geprüft – das erfreuliche Ergebnis sei, dass die Bauarbeiten wohl günstiger seien als bisher angenommen. Schon in der kommenden Woche soll mit dem Bau der Wohnungen begonnen werden, der offizielle Spatenstich soll nach Ostern gefeiert werden. Zudem wird das KLM auf dem Bastianplatz für die Lebenshilfe ein Gebäude mit 18 Wohnungen bauen. „Dort sprechen wir gerade die Grundrisse ab“.


69 Wohnungen für Sylter



Auch die Planungen der 69 Wohnungen, die an der Friesischen Straße, dem Hoyerweg und an der Apenrader Straße gebaut werden sollen, schreiten voran. Hier allerdings war das Ergebnis der Submission schlechter als am Bastianplatz: „Wir liegen hier 100 Euro pro Quadratmeter über dem, was wir angesetzt haben“, so Kopplin. Bei diesen Projekte soll Anfang Mai mit dem Bauen begonnen werden, wenn alles glatt läuft.


Clahsen-Wiese ist gekauft


Die Gemeinde Sylt hatte im vergangenen November beschlossen, die so genannte Clahsen-Wiese an der Bahnstrecke in Morsum zu kaufen. Auch wenn es keine aktuellen Pläne gibt, die Wiese zu bebauen, soll damit sichergestellt werden, dass es in Morsum innerorts gemeindeeigenes Land für mögliche spätere Projekte gibt. Die Beurkundung dieses Kaufes fand Anfang dieser Woche statt, berichtete Kopplin.


Die Gemeinde vor Gericht


Dass Menschen ihre Erbbau-Hausscheiben unerlaubt weitervermieten, ist keine Seltenheit. In der nicht-öffentlichen Beratung des Wohnungsbauausschusses ging es wieder um zwei solcher Fälle, bei denen die Gemeinde vor Gericht versucht, diese Vermietung zu stoppen und die Rückgabe der Wohnungen an die Gemeinde zu erzwingen. In einem der besprochenen Fälle musste die Gemeinde nun gleich zwei Schlappen vor den Gerichten einstecken, in dem anderen Fall wird nun der Bundesgerichtshof darüber entscheiden, ob die Gemeinde die Hausscheibe zurück bekommt oder nicht. Zuvor hatte das Oberlandesgericht in Schleswig im Sinne der Gemeinde entschieden.



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