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Wasserrettung auf Sylt : „Das Tischtuch ist zerschnitten“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach Diskussionen, die sich über zwei Jahre hin gezogen haben, sind die Gespräche zwischen der Feuerwehr Westerland und dem Rettungcorps über eine gemeinsame Wasserrettung nun wohl endgültig gescheitert.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Westerland | Über zwei Jahre setzten sich Vertreter des Westerländer Rettungscorps mit den Inselwehren und der Politik immer wieder an den runden Tisch und verhandelten über einen gangbaren Weg in der Wasserrettung – nun sind diese Gespräche offiziell gescheitert. Jetzt liegt der Ball erneut bei der Politik. „Ist das Tischtuch jetzt endgültig zerschnitten?“, wollte Sönke Hansen (SWG) von Bürgermeisterin Petra Reiber in der Sitzung des Hauptausschusses wissen. Zuvor hatte die Verwaltungschefin den Gemeindevertretern mitgeteilt, dass die Verhandlungen über eine gemeinsame Zukunft der Wasserrettung abgebrochen worden seien. Ihre unmissverständliche Antwort lautete daher: „Ja, so muss man es wohl sagen.“

Zum Hintergrund: In den letzten Jahren hatte die Freiwillige Feuerwehr Westerland die Wasserrettung in loser Absprache mit dem Rettungscorps übernommen. Damit kümmerten sich die Ortswehr und das Corps gemeinsam um die Bergung von verunglückten Sportlern und Schwimmern in Küstennähe. Das Problem: Die beiden Organisationen operierten so in einer juristischen Grauzone, die keine dauerhafte Lösung für eine Zusammenarbeit bot. „Aus Versicherungsgründen wollten wir deswegen einen Kooperationsvertrag miteinander schließen“, erklärt Gemeindewehrführer Hauke Block.

Dieses Vorhaben, das über zwei Jahre in Anspruch genommen hat, sei zum Schluss „an drei Knackpunkten gescheitert“, berichtet der stellvertretende Wehrführer von Westerland, Michael Gossow. Die Mitglieder des Rettungscorps sollten, um im Einsatz versichert zu sein, auch Mitglieder der Feuerwehr Westerland werden. Neben einer entsprechenden Ausbildung hätte dies auch mindestens sechs Feuerwehrdienste im Monat für die Neu-Feuerwehrleute bedeutet. „Das war so nicht gewünscht“, erinnert sich Gossow. „Dafür habe ich auch Verständnis.“

Als unüberwindlich stellte sich jedoch die Regelung der Befehlsgewalt am Einsatzort heraus. „Da die Wasserrettung eine Einheit innerhalb der Feuerwehr ist, muss die Einsatzleitung vor Ort auch bei der Feuerwehr liegen“, fasst Hauke Block den Standpunkt von Seiten der Wehr zusammen. Besonders mit dieser Vorgabe habe sich das Rettungscorps während der Verhandlungen nicht anfreunden können. Als dritte Trennlinie erwies sich demnach auch der Vorschlag, das Rettungscorps statt an die Westerländer Ortswehr, an den DLRG anzugliedern.

Auf Anfrage der Sylter Rundschau kommentierte der stellvertretende Vorsitzende des Westerländer Rettungscorps, Broder Raffelhüschen: „Es ist schade, dass wir keinen Kooperationsvertrag abschließen konnten.“ Der langjährige Vormann äußerte auch die Hoffnung, dass man den Kontak jetzt nicht abreißen lasse: „Wir sind natürlich auch weiterhin gesprächsbereit.“

Auch Bürgermeisterin Petra Reiber bedauerte im Gespräch mit unserer Zeitung das Scheitern der gemeinsamen Bemühungen um eine feste Kooperation und verwies auf die kommende Sitzung des Feuerschutzausschusses am Donnerstag, 7. November: „Die Politik hat bereits im April entschieden, dass die Wasserrettung bei der Westerländer Wehr bleibt und ich gehe davon aus, dass dieser Beschluss jetzt bestätigt wird.“

Nach dem Ausscheiden des Rettungscorps müsse man sich nun auch Gedanken über die Finanzierung von zusätzlichem Material für die Ortswehr machen – denn bisher hatte die Westerländer Wehr Fahrzeug und Boot des Corps mitnutzen können.

Gemeindewehrführer Hauke Block hat für die fälligen Anschaffung von Fahrzeug und Boot auch bereits eine Lösung parat: „Es wäre kein Problem, an den Neubau der Wehr zwei oder drei Hallen dran zu setzen.“

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