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Kultur-Programm : Das Sylter Meerkabarett wird abgestraft

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Künftig wird das sommerliche Event-Programm von der Gemeinde Sylt nicht mehr direkt bezuschusst.

von
erstellt am 23.Jan.2016 | 05:22 Uhr

Das Meerkabarett wird von der Gemeinde Sylt nicht mehr direkt finanziell unterstützt. Das beschlossen die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend. Dennoch besteht für Joachim Wussow, den Leiter des sommerlichen Event-Reigens in der Abfüllhalle Rantumer Sylt Quelle, noch die Chance, weiterhin finanzielle Mittel für sein defizitäres Meerkabarett zu erhalten.

Zum Hintergrund: In den vergangenen drei Jahren hatte die Gemeinde Sylt Defizite des Meerkabaretts bis zur Höhe von 50  000 Euro über den Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) aufgefangen. ISTS–Leiter Peter Douven hatte nun aber unter anderem aus steuerlichen Gründen davon abgeraten, diese Unterstützung fortzuführen (wir berichteten). Darüber sollte die Gemeindevertretung entscheiden.

Zunächst positionierte sich die CDU recht eindeutig: „Wir sehen es genauso wie der ISTS“, erklärte Wolfgang Jensen, „die Verluste des Meerkabaretts sind in den vergangenen Jahren gestiegen, es sieht nicht so aus, als würde es besser werden.“ Vor allem sei das Meerkabarett „ein Unternehmen auf dem freien Markt“ – deshalb würde die CDU eine weitere Bezuschussung ablehnen. Auch die Sylter Wählergemeinschaft (SWG) lehnt eine direkte Bezuschussung unter anderem mit diesem Argument ab. Gleichzeitig betonte Sönke Hansen als Fraktionsvorsitzender, offen für Gespräche und eine indirektere Bezuschussung zu sein: „Beispielsweise könnte sich die Gemeinde für einige Abende ins Meerkabarett einkaufen und dort Veranstaltungen wie die Nacht der Sylter Bands oder den Henner-Krogh-Preis veranstalten“, schlug Hansen vor.

Auf diesen Plan, eine direkte Bezuschussung zwar abzulehnen, aber im Kulturausschuss über andere Möglichkeiten zu sprechen, wie das Meerkabarett unterstützt werden könnte, einigten sich die Gemeindevertreter inklusive der CDU-Fraktion schlussendlich. Deutlich wurde in der Debatte aber auch, dass die Politik von Joachim Wussow ein neues, tragfähigeres Konzept für das Meerkabarett erwartet. „Irgendwas läuft da schief“, sagte beispielsweise Andreas Eck (SSW).

Eine Lanze für das Meerkabarett brach Gerd Nielsen, Fraktionsvorsitzender der SPD: Er würdigte das Meerkabarett als wichtigen touristischen Anziehungspunkt und hob die generelle Schwierigkeit hervor, mit Kultur Geld zu verdienen.

Joachim Wussow, der derzeit nicht auf der Insel ist, wollte sich gestern auf Nachfrage der Sylter Rundschau nicht zu der Entscheidung der Gemeindevertretung äußern – schließlich sei er bei der Sitzung nicht anwesend gewesen und kenne den Beschluss offiziell noch gar nicht.

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