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Tanzspaß : Das Sylter Inselleben im Tanz zum Ausdruck bringen

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Ebbe und Flut, Stille und Trubel, Fülle und Leere - der "Tanz der Gezeiten" wird bestimmt von Gegensätzen. Aber auch von 62 lebhaften Sylter Kindern und Jugendlichen. Sie alle stecken mitten in den Proben für ihr Stück, das im September aufgeführt werden soll.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2008 | 06:25 Uhr

Sylt | Der achtjährige Anton ist heute eine Möwe: Er trägt weiße Schleier über seinen Armen und schwingt mit ihnen im Rhythmus der Musik durch die Luft. So lange, bis Choreografin Suheyla Ferwer ihm ein Zeichen gibt, dass er seinen Part im "Tanz der Gezeiten" hinter sich gebracht hat. "Das hast du sehr gut gemacht, Anton", lobt Ferwer ihn. Dann geht es auch für die restlichen 62 Kinder, die am Tanzprojekt teilnehmen, zurück auf die Bühne. Oder besser: In die Turnhalle im Schulzentrum. Hier trainieren die Kinder und Jugendlichen seit Montag, 11. August, für ihre Aufführung im September.

"Im Tanz der Gezeiten sollen die Kinder das tänzerisch zum Ausdruck bringen, was um sie herum auf dieser Insel passiert. Dazu gehören natürlich Ebbe und Flut, aber auch die Touristen, die im Sommer auf die Insel kommen oder ein stiller Moment allein am Strand", erklärt Ferwer die Elemente des Stückes. Bei der Gestaltung und Choreografie haben die jungen Tänzer mitgewirkt: "Es gab ein Grundkonzept, aber am Ende haben die Kinder über Feinheiten der Bewegungen entschieden."
Sie ahmen Wellen nach

Zum Beispiel bei der Anfangsszene: Alle Kinder kauern auf dem Boden, über ihnen liegt ein dünnes Tuch mit großen weißen und blauen Streifen - das Meer. Zur ruhigen Musik bewegen sich die Tänzer, heben ihre Arme oder Oberkörper an, und ahmen so die wogenden Wellen nach. In der nächsten Szene agieren sie als Touristen, mehr bedacht auf ihr Äußeres und weniger die Natur.

"Ich lerne hier so viel Neues, das macht Spaß", sagt Magdalene (9). Ganz nebenbei entstehen neue Freundschaften. "Es ist toll, dass wir so viele sind", meint Josephina (9).
"Das Schönste, was ich je gemacht habe"

Auch Suheyla Ferwer schätzt die Arbeit mit den jungen Tänzern: "Sie stecken voller Energie. Die zu bändigen war am Anfang nicht leicht, es war viel Arbeit nötig. Aber die Kinder sind auch sehr aufgeschlossen und probieren alles aus."

Dass der "Tanz der Gezeiten", unterstützt von der Stadtjugendpflege, ein ganz besonderes Projekt ist, da ist sich die Choreografin, die seit 30 Jahren Tanzprojekte leitet, sicher. "Dieses ist so ursprünglich, weil die Gefühle der Tänzer mit einfließen. Das ist das Schönste, was ich je gemacht habe."

Als Anton noch einmal zum "Flug" durch die Turnhalle ansetzt, strahlt die Choreografin. "Es ist wunderbar zu sehen, wie toll die Kinder mitarbeiten."

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