Das Spiel mit dem Spiegel

„LT Wenningstedt“
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„LT Wenningstedt“

Wolfang Weiss’ Syltfotografien zeigen die Insel liebenswert verzerrt

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09. April 2014, 11:43 Uhr

Sylt – über Bande fotografiert. So lassen sich die Bilder von Wolfgang Weiss vielleicht am ehesten beschreiben. Der Kölner Fotodesigner, der seit 30 Jahren mit seiner Frau auf der Insel Urlaub macht, lichtet bekannte Insel-Bild-Motive – Leuchttürme, Gosch in Wenningstedt, die Sylt-Fähre – nicht direkt ab, sondern deren Spiegelung. Dabei positioniert er einen konvex und konkaven Spiegel vor seinem Motiv, und fängt so eine verzerrte, verdrehte Version des Originals ein.

Momentan sind die fröhlich-verspielt anmutenden Ergebnisse in der Stadtgalerie Alte Post in Westerland zu bewundern. Da zieht sich das Dach der Kampener Sturmhaube mehrfach in den Himmel, die Syltfähre erscheint in der Spiegelung wie der weiße Hai, der Lister Leuchtturm ringelt sich wie viele rot-weiße Zuckerstangen in den knallblauen Himmel. Bilder, die Spaß machen. Obwohl sich Weiss dieser Art der Fotografie eigentlich von einem ganz ernsten, wissenschaftlichen Standpunkt aus genähert hat: Während eines Sylt-Urlaubs beschäftigten er und seine Frau sich mit Quantenphilosophie und der Viele-Welten-Theorie. Heruntergebrochen auf seine Bilder bedeutet das: „Im Bild entsteht eine neue Welt, deren Voraussetzung es aber ist, dass diese Welt existiert.“ Den Spiegel sieht Weiss als sein Malwerkzeug, mit dem er die Wirklichkeit bearbeitet.


Wer die Ergebnisse dieser Bearbeitung sehen möchte, kann sie in der Ausstellung „Wirklichkeiten“ bis zum 26. April in der Stadtgalerie Alte Post besichtigen. Öffnungszeiten: sonntags bis freitags 14 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 15 Uhr, Ostermontag 12 bis 18 Uhr, Karfreitag geschlossen.

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