Westerland auf Sylt : Das neue Entree für die Friedrichstraße

So sieht der Entwurf des auf Modehäuser spezialisierten Architekturbüros Kunze (Elmshorn) für die neue Kaufhaus-Fassade am Anfang der Friedrichstraße aus. Foto: sr
So sieht der Entwurf des auf Modehäuser spezialisierten Architekturbüros Kunze (Elmshorn) für die neue Kaufhaus-Fassade am Anfang der Friedrichstraße aus. Foto: sr

Der "Eingang" der Westerländer Friedrichstraße bekommt ein neues Gesicht. H.B. Jensen - ältestes Inselkaufhaus - plant einen Umbau, inklusive Erneuerung der Fassade.

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14. Juli 2011, 10:38 Uhr

Westerland | Nach 42 Jahren soll die massive Aluminium-Fassade des Kaufhauses H.B. Jensen einer zeitgemäßen Architektur weichen. Ein das Ortsbild prägendes Projekt, über dessen Bauvoranfrage der Bauausschuss der Gemeinde Sylt in den vergangenen Monaten mehrfach beraten und nun grünes Licht gegeben hat.
Gerne hätte Firmenchef Oliver Boettiger dem heutigen Modehaus die historische Außenansicht von 1906 wiedergegeben, die nach wie vor hinter den Alu-Paneelen schlummert. Nach der Prüfung war jedoch schnell klar, dass die Nostalgie-Lösung "weder praktikabel noch schön" wäre, so Boettiger. "Nach hundert Jahren ist die alte Fassade einfach kaputt. Es wäre ein extremer Aufwand, sie so zu ertüchtigen, dass sie beim Brandschutz und den Energieeinsparungen mit einer neuen mithalten kann." Zudem wolle man dem aus drei Gebäudeteilen bestehenden Haus nach außen einen einheitlichen Stil geben.
"Wir haben weder vor abzureißen, noch zu verkaufen"
Und der wird sich deutlich von Bäderstil-Architektur und 70er-Jahre-Stil unterscheiden. Durch klare Strukturen, große Glasflächen und einen hellen Ziegel erhält das Gebäude eine eher städtische Anmutung. "Wobei es optisch kleiner als jetzt wirken wird", wie Boettiger betont. Anders als bei der jetzigen Fassade wird es optische Auflockerungen geben und das zweite Obergeschoss 3,50 Meter nach hinten verspringen. Hinzu kommt, dass der zweigeschossige Eingangsbereich in die Friedrichstraße verlegt und nach hinten versetzt wird.
Nach dem vom Elmshorner Architektur- und Design-Büro Kunze entworfenen Umbau soll sich das Gebäude aber nicht nur von außen zeitgemäß präsentieren, sondern auch im Inneren den aktuellen Anforderungen gerecht werden. Dazu gehören neben neuen Fahrstühlen und Treppenhäusern auch eine Überarbeitung der gesamten Technik sowie eine verbesserte Raumanordnung. Auf diese Weise soll die Verkaufsfläche um mehr als die 180 zusätzlichen Quadratmeter Geschossfläche vergrößert werden. "Um den Umbau zu finanzieren", wie Boettiger betont.
Rund fünf Millionen Euro wird das Traditionsunternehmen in seinen angestammten Firmensitz investierten, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Boettiger: "Wir haben weder vor abzureißen, noch zu verkaufen, sondern wollen mit ähnlichem Konzept und Sortiment wie bisher weitermachen."
Gerne würde er noch in diesem Jahr mit dem Umbau beginnen. Zunächst muss die Gemeinde jedoch noch über den Bauantrag befinden und auch der Kreis seine Zustimmung geben.
(chr, shz)

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