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Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 05:50 Uhr

Mobilfunk auf Sylt : Das Netz und die Insel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mobilfunkanbieter sehen sich auf Sylt gut aufgestellt / Es gibt kleine Versorgungslücken / Der Ausbau für die schnelle Verbindung läuft weiter

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2014 | 06:21 Uhr

Guter Handyempfang ist auf Sylt wahrlich nicht überall zu haben. In einigen Ecken der Insel wird das Signal der Netzanbieter fast gänzlich verschluckt. Und wer in List sein Handy nicht immer im Blick hat, der bekommt gar nicht mit, dass es sich automatisch ins Netz der Dänen einklinkt. Aus Sicht der Netzbetreiber Vodafone, Telekom und O2 sieht das Ganze ein wenig anders aus.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf erklärt, dass der Anbieter 20 Basisstationen, also Sende- und Empfangsstationen, für Telefonie und Nachrichtendienste auf Sylt betreibe. „In Westerland, Kampen, eigentlich überall. Die Stationen sind immer irgendwo hoch gelegen“, so Petendorf. Man habe mit diesen Stationen praktisch eine flächendeckende Versorgung und ein weiterer Ausbau sei nicht nötig. Lediglich beim Mövenberg in List habe man eine kleine Lücke.

Bei den Datendiensten sieht die Situation etwas anders aus. „Für das Surfen mit normaler Geschwindigkeit, zum Beispiel für das Abrufen von E-Mails, haben wir 16 Stationen“, erklärt Volker Petendorf. Lücken habe man im Norden der Insel sowie zwischen Rantum und Tinnum. Für die schnelle Breitbandverbindung betreibe Vodafone fünf Stationen auf Sylt. „In List, Kampen, Tinnum, Rantum und in Westerland sowieso haben wir eine gute Geschwindigkeit. Selbst bei großer Auslastung sind es noch 10 Mbit pro Sekunde“, so Petendorf. Für die so genannte LTE-Verbindung ist der Ausbau aber noch im Gange. „Es gibt einen großen Datenhunger“, betont Petendorf. Noch in diesem Jahr soll je eine weitere Station in Westerland und in Kampen entstehen.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich viel getan. Waren es damals noch sechs oder sieben Stationen für die Telefonie, sind es heute die genannten 20. Es wurde investiert. Immerhin lägen die Kosten für den Bau einer Station im sechsstelligen Bereich. „Im Außenbereich gibt es kein Fleckchen mehr auf Sylt, das nicht versorgt ist. Egal, wo man hinkommt, das Netz ist schon da“, so Petendorf.

Telekom-Sprecherin Stefanie Halle erklärt ebenfalls: „Wir sind mobilfunktechnisch auf Sylt sehr ordentlich aufgestellt.“ 23 Standorte habe die Telekom auf Sylt, davon acht für die LTE-Verbindung und sehr schnelles mobiles Internet. Dabei will es das Unternehmen aber nicht belassen: „Acht weitere Stationen werden technisch erweitert, in Hörnum, Kampen, Keitum, List, Morsum, Wenningstedt und Westerland“, so Stefanie Haller. In Kampen, List und Westerland sei man bereits im Gespräch mit der Verwaltung für eine Genehmigung. „Wir bauen schließlich keine Masten auf, wenn die Verwaltung sich sperrt, das hat ja auch mit der Optik zu tun“, betont die Telekom-Sprecherin. Das langfristige Ziel sei der flächendeckende Ausbau für die LTE-Verbindung. „Wir investieren massiv – bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland für das komplette Netz“, so Stefanie Haller. Man sei schon seit Jahren dabei, den Standort Sylt zu aktualisieren.


In den Urlaubszeiten kommt es zu Einschränkungen im Netz


Auch Anbieter o2 will seine Kapazitäten weiter verbessern. Derzeit sei die Inbetriebnahme einer weiteren Mobilfunkstation bis voraussichtlich Ende des Jahres, geplant, heißt es aus der Presseabteilung. Ansonsten zeigt sich das Telekommunikationsunternehmen nicht besonders auskunftsfreudig. Immerhin räumt der Netzbetreiber o2 ein, dass es insbesondere in den Urlaubszeiten aufgrund erhöhter Besucherzahlen „möglicherweise zu kurzfristigen Service-Einschränkungen“ kommen kann. Im Bereich Morsum sei aktuell vereinzelt mit Service-Einschränkungen zu rechnen, „da hier die Äste eines Baumes bei ungünstigen Windbedingungen den Richtfunk stören können“.

Bei der Frage, wie es um die weitere Netzabdeckung des Unternehmens stehe, verweist o2 auf die Möglichkeit, sich in Echtzeit Informationen zum o2-Netz anzusehen, auf www.o2online.de/microsite/o2-netz/live-check/.


Surfen im Dänischen Netz


Was das Roaming im Bereich List angeht, so Volker Petendorf von Vodafone, sei die Situation eigentlich gut. „Natürlich kann es aufgrund der kleinen Lücke passieren oder auch durch den Ausfall einer Station passieren, dass das Netz der dänischen Betreiber stärker ist und sich das Handy dort einwählt“, erklärt der Sprecher. Das sei aber der absolute Ausnahmefall. Im Fall des Falles sei Vodafone da aber relativ kulant und man könne sich an den Kundenservice wenden. Stefanie Halle rät dazu, das Roaming auszustellen. „Dann kann auch nichts passieren.“ Wenn man beispielsweise in List sei, solle man aktiv auf sein Handy gucken und die Technik selbst steuern. Dass das dänische Netz gar nicht angewählt wird, dafür könne man nicht sorgen. „Wir können nicht einen dänischen Netzanbieter blocken“, erklärt die Sprecherin der Telekom.

Die Möglichkeit, sich bei schlechtem Empfang in das Netz eines anderen deutschen Anbieters einzuklinken, sei aufgrund der Wettbewerbsregulierung ausgeschlossen. Nur bei einem Notruf ist eine solche Überschneidung mit einem anderen deutschen Netzanbieter möglich.

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