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Das Meer schätzen die Insulaner am meisten

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In dieser Folge der SR-Serie Sylt in Zahlen geht es darum, wie gerne die Sylter auf der Insel leben und welche politischen Ansätze sie für wichtig halten

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Sylt | Knapp zwei Drittel der Haushalte auf Sylt leben sehr gerne auf der Insel und weitere 23,9 Prozent gerne. Knapp ein Zehntel lebt nur zum Teil gerne auf der Insel. Ein sehr kleiner Anteil der Haushalte von weniger als einem Prozent gibt an, ungern beziehungsweise sehr ungern auf der Insel zu leben.

Wie gerne auf der Insel gelebt wird, ist abhängig davon, ob die Befragten auf Sylt geboren sind und im Falle eines Zuzugs, wie lange dieser her ist. Auf Sylt Geborene und vor sehr langer Zeit Zugezogene leben besonders häufig sehr gerne auf der Insel. Bei später Zugezogenen ist dies etwas seltener der Fall, wobei auch unter den erst in den letzten sechs Jahren Zugezogenen die Mehrheit sehr gerne auf der Insel lebt. Unter den in den letzten sechs Jahren Zugezogenen ist der Anteil derer, die nur zum Teil gerne auf der Insel leben, mit 14 Prozent vergleichsweise hoch.

Eigentümer leben etwas häufiger als Mieter sehr gerne oder gerne auf der Insel. Mieter geben hingegen etwas häufiger teils/teils sowie ungern/sehr ungern an. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass unter den erst seit in den letzten Jahren Zugezogene häufiger Mieter sind, sodass die etwas höheren Anteile der nicht gern auf der Insel Lebenden bei den Mietern sowie bei den in den letzten Jahren Zugezogenen miteinander korrespondieren.

Mehr als zwei Drittel der Haushalte sehen sich über das Jahr insgesamt mit Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen als eher gut bzw. sehr gut versorgt. Lediglich fünf Prozent gaben eine eher schlechte beziehungsweise sehr schlechte Versorgung an. Eigentümer fühlen sich etwas häufiger gut versorgt als Mieter. Die Versorgung im Winter wird aufgrund des saisonal variierenden Angebots schlechter eingeschätzt als die im Sommer, die Unterschiede sind dabei aber eher gering. Hinsichtlich der Veränderung der Versorgung mit Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen in den letzten fünf Jahren sehen etwas mehr Haushalte eine Verbesserung als eine Verschlechterung, wobei sich Mieter und Eigentümer in ihren Bewertungen wenig unterscheiden.

Bei der Betrachtung einzelner Bereiche zeigt sich aus Sicht der Haushalte für den größten Teil der Angebotsbereiche ein eher positives Bild der Versorgungssituation auf Sylt. Die besten Beurteilungen betreffen Angebote, die sowohl von Touristen als auch Dauerwohnern nachgefragt werden, wie Arzt, täglicher Bedarf, Notversorgung und öffentlicher Nachverkehr. Die in der Regel ausschließlich von Einheimischen genutzten Angebote wie Schulen, Kindergärten und ambulante/stationäre Pflege finden sich dagegen mit den Anteilen positiver Bewertungen eher im mittleren bis unteren Bereich.

Am häufigsten wird das Leben am Meer als Qualität oder Vorteil des Insellebens gesehen. Die Nachteile des Insellebens beziehen sich vor allem auf die fehlende Chance, eine bezahlbare Wohnung zu finden, den die Einheimischen verdrängenden Tourismus und das insgesamt zu teure Leben auf der Insel.

Als Qualität der Wohngegend werden am häufigsten die sichere und ruhige eigene Wohngegend und die schöne Landschaft genannt. Dass es ein intaktes Leben Einheimischer, gute Kontakte in der Nachbarschaft, eine gute Infrastruktur und viele Aktivitäten in der Wohngegend gibt, wurde von einer Mehrheit der Haushalte als nur teilweise zutreffend bewertet.

Um Hinweise auf Handlungsprioritäten aus Bewohnersicht zu gewinnen, wurden die Befragten gebeten, die Wichtigkeit von neun auf Sylt beziehungsweise in der allgemeinen kommunalpolitischen Debatte erörterten Ansätzen und Maßnahmen zur Wohnungsversorgung und Versorgung mit Infrastruktur zu beurteilen. Mit sehr großer Mehrheit werden der Schutz von Natur und Landschaft, der Schutz der vorhandenen Wohnbevölkerung vor Verdrängung sowie die Erhöhung des Wohnungsangebots in der Wichtigkeit ganz oben eingeordnet.

Dem Ansatz der Erweiterung des touristischen Bettenangebots wird dagegen mit überwältigender Mehrheit eine Absage erteilt.

"Sylt in Zahlen" stellt in loser Folge Ausschnitte aus dem Wohnungsmarktkonzept vor, das die Inselgemeinden vom Institut für Stadtforschung erstellen ließen, um den Dauerwohnraum-Bedarf zu analysieren. Das Konzept gibts auf www.gemeinde-sylt.de.

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