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Greenscreen auf Sylt : Das Leiden des jungen Hamilton

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Eine verwaiste Baby-Seekuh, freche Storchen-Jungen und schlaue Flughunde: Die Sylter Rundschau präsentierte Greenscreen-Naturfilme .

Bei Seekühen befinden sich die Zitzen in den Achselhöhlen. Störche hacken ihre kränklichen Jungen gern mal mit ein paar gezielten Schnabelhieben tot. Und auf Sri Lanka leben Spinnen, die sich verblüffend gut als Ameisen tarnen können: Das sind drei von vielen Fakten, die die rund 100 Besucher am frühen Sonnabendabend im Erlebniszentrum Naturgewalten lernen konnten. Dort präsentierte die Sylter Rundschau das internationale Naturfilm-Festival Greenscreen, das im Rahmen der sh:z- Publikumspreis-Tournee auf der Insel zu Gast war.

Nur ums Lernen geht es bei dieser Veranstaltung natürlich nicht – den Zuschauern wurden drei ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen hochwertige Naturfilme präsentiert, aus denen sie am Ende des Abends ihren Favoriten küren konnten. Nachdem die Filme an insgesamt 15 Standorten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) gezeigt worden sind, erhält der Film mit den meisten Stimmen bei einer Preisverleihung im Rahmen des Greenscreen-Festivals im September in Eckernförde den sh:z-Zuschauerpreis. Und der ist bei Filmemachern begehrt, betonte Green-Screen-Organisator Michael van Bürk, zeige er den Filmemachern doch ganz ungefiltert, was beim Publikum ankommt und was nicht. Er bedankte sich bei der Sylter Rundschau für die Unterstützung des Festivals und bei den Mitarbeitern des Erlebniszentrums Naturgewalten für deren Gastfreundschaft.

Dort dagegen freute man sich über den spannenden Abend: „Wo sollte ein Naturfilmfestival besser aufgehoben sein als bei uns im Erlebniszentrum“, fragte Matthias Strasser, Leiter der Einrichtung rhetorisch, „diese entspannte Zusammenarbeit mit Greenscreen macht einfach Spaß – und auch ich persönlich habe Spaß daran, mir diese tollen Naturfilme anzusehen.“

Das ging dem Rest des Publikums augenscheinlich genauso: Der Sylter Dieter Gauss hat keine der bislang fünf Greenscreen-Veranstaltungen auf Sylt verpasst und kannte das Prozedere der Publikumswahl: „Heute wird es nicht leicht, sich zu entscheiden“, vermutete er in der Pause, nachdem das Publikum mit „Unter Störchen“ und „Wildes Sri Lanka“ nacheinander in die Storchbegeisterung des kleinen Ortes Rühstädt und in die exotische Flora und Fauna Sri Lankas eingetaucht war.

Der letzte Film, der an diesem Abend gezeigt wurde – „Hamiltons Abenteuer – Seekühe einmal anders“– war für die zehnjährige Sylterin Linn der Grund, die Veranstaltung mit ihren Eltern zu besuchen: Kürzlich im Zoo besichtigte Seekühe hatten das Interesse des Mädchens an den friedfertigen Kolossen geweckt. Der emotional anrührende Film über das Seekuh-Baby Hamilton, das in Florida nicht nur von einer Schiffsschraube schwer verletzt wird, sondern auch noch wie Bambi seine Mutter verliert, erfüllten Linns Erwartungen voll.

Ob dieses Seekuh-Drama auch der Favorit der tausenden anderen Schleswig-Holsteiner ist, die die drei Filme gesehen haben oder noch sehen werden, wird sich erst bei der Preisverleihung am 12. September in der Stadthalle Eckernförde zeigen.

 

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erstellt am 24.Aug.2015 | 05:43 Uhr

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