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Streit um Fisch-Fiete auf Sylt : „Das ist eine Riesensauerei“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Streit um Fisch-Fiete zieht weitere Kreise. Nach der Berichterstattung in der Sylter Rundschau über die Vorgänge im Bauausschuss wird massive Kritik laut.

von
erstellt am 17.Sep.2015 | 05:30 Uhr

„Wie das am Montag im Bauausschuss gelaufen ist, gleicht ja einem Schildbürgerstreich. Mehr noch: Das ist eine Riesensauerei, was da in Sachen Fisch-Fiete abgeht“ empört sich Peter Peters. Es könne doch nicht das Ziel von Politik und Verwaltung sein, der Öffentlichkeit immer mehr wertvolle, teilweise historische Gebäude zu entziehen, sagt der Sylter Immobilienkaufmann, der auch Mitglied des Keitumer Ortsbeirats ist. Bereits in der Vergangenheit habe es zahlreiche negative Beispiele für erzwungene Restaurant-Schließungen gegeben: „Ich erinnere an die Blaumuschel, an das Moby Dick in Munkmarsch, an das Landschaftliche Haus in Keitum und auch an das Fischrestaurant von Karsten Wulff.“ Peters fordert, endlich aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und auch bei anstehenden Bauvorhaben weiterhin von Einzelfall zu Einzelfall zu entscheiden.

Claas-Erik Johannsen von der Dehoga Sylt kritisiert, dass die Umbaupläne des Keitumer Fischrestaurants seit Monaten in den politischen Gremien breit und damit platt getreten werden. „Das ist natürlich eine extreme Belastung für den Traditionsbetrieb“, sagt der Sprecher der Fachgruppe Hotels. Er fordert von allen Verantwortlichen, sich für die Unternehmer einzusetzen, die bereit seien zu investieren, um ihre Betriebe zu erhalten. „Das ist doch nur wünschenswert. Diese Entwicklung darf nicht behindert, darf auf keinen Fall gestoppt werden.“ Bürgermeister Nikolas Häckel selbst habe im Wahlkampf gesagt: „Die Leitökonomie der Insel Sylt ist der Tourismus“, erklärt der Dehoga-Sprecher. „Da nehmen wir ihn beim Wort, da erwarten wir auch seine Unterstützung. Besonders zum Wohle derer, die seit Generationen ein Restaurant betreiben, die über Jahrzehnte hart gearbeitet haben haben.“ Es dürfe nicht sein, dass gewachsene Unternehmen benachteiligt würden. Sie müssten vielmehr geschützt, ihre Interessen angemessen berücksichtigt werden. „Das muss an erster Stelle stehen“, fordert Claas-Erik Johannsen.

Auch Peter Peters nimmt den Bürgermeister der Gemeinde Sylt direkt in die Verantwortung: „Nikolas Häckel hat mit seinem Vorgehen nicht nur die Bürger, sondern auch seine Mitarbeiter brüskiert. Von einem Verwaltungschef erwarte ich, dass er sich vor seine Mitarbeiter stellt und sie nicht öffentlich bloßstellt.“ Dem Bauausschuss-Vorsitzenden Bernd Christensen wirf Peters vor, mit Formalien das Thema in eine andere Richtung zu schieben: „Das ist doch nur eine schlechte Trickserei mit Argumenten, die an den Haaren herbeigezogen sind. Wo bleibt der respektvolle Umgang miteinander ...“ Dass die Interessen der Ortsteile bei Entscheidungen immer weniger berücksichtigt werden, ist Peters unbegreiflich: „Für was haben wir denn überhaupt den Ortsbeirat, wenn sich andere Gremien darüber hinwegsetzen. Ich sitze doch zum Wohle der Bevölkerung im Ortsbeirat – da muss es doch um die Sache gehen, und nicht um irgendwelche Prinzipien oder Befindlichkeiten.“

Den Beschluss des Ortsbeirats, für Schank- und Speisewirtschaften eine Ausnahme von der Keitumer 40/60-Regelung zur Schaffung von Wohnraum im Erdgeschoss zu erlauben, hält auch Carsten Kerkamm für vernünftig. „Die Argumente sind für mich durchaus nachvollziehbar. In Einzelfällen muss auch künftig so entschieden werden können.“ Zur Absetzung des Tagesordnungspunktes im Bauausschuss äußert sich der stellvertretende Bürgermeister und Vorsitzende des Hauptausschusses allerdings noch zurückhaltend: „Das ist eine interne Verwaltungsangelegenheit, eine reine Verfahrensrechtsfrage, die zunächst auch intern geklärt werden muss.“ Gegebenenfalls werde das Thema aber in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses behandelt. „Dazu werde ich zuvor Gespräche mit meinen Stellvertretern Erik Kennel und Gerd Nielsen sowie mit den Beteiligten in der Verwaltung führen“, erklärt Carsten Kerkamm.

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