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Nospa-Filiale auf Sylt schließt : „Das ist ein schwerer Schlag“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am kommenden Freitag schließt die Nospa-Filiale in List ihre Türen. Lister Bürger fühlen sich abgehängt und sind empört und verärgert.

„Empört und verbittert“ haben die Lister auf die Nachricht reagiert, dass sie ab Montag keine Filiale der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) im Ort vorfinden werden, sagt Ronald Benck. Der stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde List hat „durchweg negative“ Reaktionen der Lister erlebt, als klar wurde, dass die Filiale in einen Selbstbedienungs-Standort umgewandelt wird. Am Freitag ist der letzte Arbeitstag für den einzigen Mitarbeiter. Er wird dann nach Westerland versetzt.

Die Schließung findet im Rahmen der landesweiten Neuausrichtung der Nospa statt, bei der bis Ende des Jahres 19 Standorte in Regionaldirektionen ausgebaut werden (wir berichteten). Kleinere Filialen, wie auch die in List, werden geschlossen und auch der Sylter Geldautomat im Hagebaumarkt in Tinnum, wird abgebaut. Auf der Insel wird es dann nur noch eine Filiale geben, in der man Menschen hinter einem Schalter antriftt: in Westerland, der sogenannten Regionaldirektion Sylt.

„Das Kundenverhalten hat sich einfach verändert“, erklärt Clemens Raab, Regionaldirektor auf Sylt, „Wir haben die mitarbeiterbesetzte Filiale auch nicht einfach wahllos geschlossen. Analysen der Standorte haben ergeben, dass manche für das alltägliche Bankgeschäft wie den Zahlungsverkehr einfach nicht mehr genug genutzt werden“, sagt der Sparkassen-Regionaldirektor von Sylt. „Wenn es allerdings um knifflige Fragen ginge, wie zu Baufinanzierungen, Vermögensanlagen oder Krediten, würden die Kunden die persönliche Beratung vor Ort in Anspruch nehmen wollen. Genau darauf reagieren wir mit dem Aufbau entsprechender Kompetenzen."

Im Zuge der Neuorientierung will die Nospa laut Clemens Raab ihren Online-Auftritt stärken und für den Standort List ist zusätzlich zum Ein-und Auszahl-Automaten ein SB-Schalter vorgesehen, an dem Überweisungen, Kontoauszüge und Daueraufträge getätigt werden können. Außerdem können Kunden der Nospa auch bei Famila, Sky und Voss Geld bekommen: Bei einem Einkauf ab 20 Euro können an der Kasse bis zu 200 Euro Bargeld abgehoben werden. Dieser „Bargeld-Service“ von Einzelhändlern soll in Zukunft auf der Insel noch weiter ausgebaut werden

Für Ronald Benck ziehen diese Argumente nicht: „Für viele Menschen hier, alte Bewohner, Gehbehinderte aber auch Einzelhändler, die sich in der Filiale immer mit Kleingeld versorgen konnten, ist das ein schwerer Schlag“, sagt er, „wir werden hier völlig abgehängt. Alles zieht in die Inselmitte, die Interessen der äußeren Inselorte werden dabei außer Acht gelassen.“

Nicht nur die Nospa-Filiale, auch die Deutsche Post wird ab Ende Februar ihre kleine Filiale, die seit Januar 2012 im Obergeschoss der Alten Tonnenhalle am Lister Hafen zu finden war, schließen. Es habe sich kein Nachfolger gefunden und der derzeitige Pächter habe den Pachtvertrag aufgekündigt, hieß es von einer Sprecherin.

Laut Benck habe Bürgermeister Wolfgang Strenger bereits „etliche Gespräche“ mit der Nospa geführt. „Wir sind sehr unzufrieden. Das kann es einfach nicht sein“, ärgert sich Benck, „deshalb müssen Lösungen gefunden werden.“

 

 

 

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erstellt am 11.Feb.2015 | 05:06 Uhr

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