"Häuser des Dorfes Westerland und ihre Bewohner" : Das historische Westerland auf 450 Seiten

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Buchvorstellung im Sylter Archiv: Der Autor Gerd Matzen (2.v.l.) mit Bürgermeister Nikolas Häckel; Petra Schulze-Wessel, Elisabeth Westmore, Maren Jessen und Willi Borstelmann.
Buchvorstellung im Sylter Archiv: Der Autor Gerd Matzen (2.v.l.) mit Bürgermeister Nikolas Häckel; Petra Schulze-Wessel, Elisabeth Westmore, Maren Jessen und Willi Borstelmann.

Mit Unterstützung des Freundeskreises Sölring Museen hat der Husumer Genealoge Gerd Matzen sein zweites Buch veröffentlicht.

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27. Februar 2020, 18:34 Uhr

Westerland | Sylter Heimat- und Familienforscher können zukünftig auf ein neues Standardwerk zurückgreifen, wenn sie sich über den historischen Ort Westerland informieren möchten: Vor wenigen Tagen wurde das Buch „Häuser des Dorfes Westerland und ihre Bewohner“ von Gerd Matzen im Sylter Archiv in der Alten Post der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Häuser des Dorfes Westerland und ihre Bewohner“ von Gerd Matzen ist im Husum-Verlag erschienen und kostet 29,95 Euro im Buchhandel.
Husum-Verlag

„Häuser des Dorfes Westerland und ihre Bewohner“ von Gerd Matzen ist im Husum-Verlag erschienen und kostet 29,95 Euro im Buchhandel.

 

Wer durch die rund 450 Seiten des Buches blättert, kann nur erahnen, wie viel Arbeit die Erschaffung dieses Werkes gekostet hat: Die Sammlung der unzähligen historischen Westerländer Häuser wird begleitet durch akribisch zusammengetragene, historische Fotos und eine teilweise bis ins 17. Jahrhundert zurückreichende Historie der Gebäude.

20 Jahre Arbeit

Ganze 20 Jahre hat Gerd Matzen an diesem Buch gearbeitet. Mit der Westerländer Geschichte beschäftigt sich der Husumer Genealoge schon bedeutend länger: Seine Sylter Wurzeln reichen über Jahrhunderte zurück bis hin zu Namen wie Lorens de Hahn und der sagenumwobenen Greth Skrabbel. 1999 veröffentlichte er seine eigene Familiengeschichte unter dem Namen „Das Haus der sieben Schimmel“. Das Buch handelt von dem heutigen Restaurant „Zur alten Friesenstube“ im Gaadt 4, dort, wo nicht nur Matzens Familie einst zu Hause war, sondern auch seine Passion für die Heimatforschung bei einem Familientreffen in den 60er Jahren ihren Anfang nahm. Den letzten Anstoß für sein erstes Buch lieferten „Die Lassens von Sylt“ von Gondel Wielandt:

Ein solches Buch wollte ich über meine Familie schreiben. Gerd Matzen
 

Auch Matzens zweites Buch hat einen prominenten Vorgänger: Schon 1987 hat die Sölring Foriining mit „Die Stavenbesitzer und ihre Familien im alten Keitum“, verfasst von Erika und Dr. Erich Voss, ein ähnliches Buch für das Sylter Kapitänsdorf herausgegeben. „Dieses nun erschienene Werk ist dem aus Keitum absolut ebenbürtig“, lobte auch Maren Jessen, stellvertretende Vorsitzende des Sylter Heimat- und Kulturvereins.

Viele Häuser existieren nicht mehr

Viele der in dem Buch beschriebenen Häuser sind heute bereits abgerissen oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut: Immer wieder enden die Beschreibungen der Häuser mit dem Abrissdatum. „In den vergangenen Jahrzehnten hat die Insel Sylt einen großen Verlust an historischer Architektur hinnehmen müssen“, schreibt auch Insel-Historikerin Silke von Bremen in ihrem Vorwort. „Das finale Aus für alte Gebäude unterliegt einem immer ähnlichen Muster: fehlendes Verständnis für Geschichte, Gleichgültigkeit, ausgeprägter Geschäftssinn von Eigentümern und Maklern gepaart mit einer schwachen Denkmalschutzbehörde.“

Mit jedem alten Gebäude, das verschwindet, entstehe eine Lücke im Gedächtnis der Bewohner, meinte auch Bürgermeister Nikolas Häckel in seiner Ansprache:

Es ist schade, wenn am Ende keiner mehr die Geschichte hinter den alten Grundstücken und Gemäuern kennt. Nikolas Häckel

Mit seiner nun erschienenen Chronik von Westerland habe Gerd Matzen darum nicht nur eine bleibende Erinnerung an den historischen Westerländer Ortskern geschaffen, sondern auch sich selbst im Gedächtnis der Sylter unsterblich gemacht.

„Dieses Buch ist nicht mit der heißen Nadel für Touristen gestrickt, sondern mit Herzblut über Jahre hinweg gesammelt worden, wie es nur jemand tun kann, der von dieser Insel stammt und sie liebt“, lobte auch Elisabeth Westmore, Heimatforscherin und Leiterin des Sylter Archivs.

Autor sichtlich gerührt

Dass dieses bedeutsame Werk verlegt und gedruckt werden konnte, ist dem Freundeskreis Sölring Museen und seiner Vorsitzenden Petra Schulze-Wessel zu verdanken, die sich um die Finanzierung gekümmert hatte: „Als Elisabeth Westmore mit der Bitte auf mich zukam, habe ich sofort zugesagt, ohne die anderen Vorstandsmitglieder zu fragen“, gestand sie und berichtete von zwei nicht näher genannten Sylter Familien, „die ganz bedeutende Häuser in Westerland besitzen und darum gerne für die Entstehung des Buches gespendet haben.“

Gerd Matzen war sichtlich bewegt von so viel Lob. Wie ihn die zwanzigjährige Arbeit an dem Buch beeinflusst hat? „Sie hat meine eigenen Sylter Wurzeln wiederbelebt“, sagt er. „Wann immer ich auf Sylt bin, laufe ich mindestens einmal an der Friesenstube vorbei.“

„Häuser des Dorfes Westerland und ihre Bewohner“ von Gerd Matzen ist im Husum-Verlag erschienen und kostet 29,95 Euro im Buchhandel.

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