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Living History : Das historische Keitum wird lebendig

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

16 Insulaner erwecken mit Silke von Bremen in einem Living-History-Projekt C.P. Hansen und Co. zum Leben.

von
erstellt am 28.Aug.2013 | 19:03 Uhr

Sylter Geschichte als sogenannte Living History ganz lebendig vermitteln, das hat Silke von Bremen mit einer Gruppe Insulaner schon häufiger getan. Die Idee, Insel-Historie von zeitgenössisch verkleideten Syltern erzählen zu lassen (das steckt hinter dem Begriff Living History), und sie so persönlicher, nachvollziehbarer und emotionaler erleben zu lassen, stammt ursprünglich aus den USA. Dort ist sie als Teil der Museumspädagogik seit den 30er Jahren beliebt: „Mich hat das bei Museumsbesuchen in Amerika schon immer fasziniert“, erzählt von Bremen.

Gerade arbeitet sie wieder an einem dieser lebendigen Geschichts-Projekte: Mit 16 Syltern übt sie eine Tour durch Keitum ein. Am Sonntag, 8. September, werden interessierten Gästen und Insulanern an sechs Stationen im Ort historische Figuren begegnen, die zwischen der Mitte des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts in Keitum gelebt haben. Mit dabei: Inselhistoriker C.P. Hansen, der beweist, das Lehrersein auch Mitte des 19. Jahrhunderts kein Zuckerschlecken war. Oder Peter Jürgen Kamp, ein königstreuer Däne, der 1864 erlebt, wie Sylt preußisch wird, und mit einem österreichischen Soldaten aneinander gerät. Kamp wird gespielt von seinem Urenkel Claas-Erik Johannsen, den Soldaten mimt Tom Winter, der sich hierfür extra mit Hilfe von Online-Videos und Lautschrift einen steirischen Dialekt antrainiert: „Ich versuche schon seit Wochen, dass mir jemand von der Tourist-Info in Graz meine 14 Sätze in original Stairisch vorliest - das hat bis jetzt aber noch nicht geklappt.“ Das Engagement endet bei den Laien-Darstellern nicht bei der Sprache. Zum ersten Mal ist bei diesem Living-History-Projekt ein echter Theaterpädagoge, Ulrich Siering, mit von der Partie, der den Teilnehmern dabei hilft, sich wirklich in ihre Rolle hinein zu versetzen.

Von Bremen ist von all diesem Engagement (und das während der Hauptsaison) begeistert. Auch, weil ihr das Beleben des Sylter Geschichtsbewusstseins sehr am Herzen liegt: „Die kulturelle Identität hier auf Sylt ist so wichtig“, sagt die Insel-Historikerin, „erst wenn man versteht, wo man lebt, engagiert man sich doch dort erst. Und Engagement ist auf dieser Insel ja so entscheidend.“

 

Das Projekt geht am Sonntag, 8. September, ab 11 Uhr in Keitum über die Bühne. Karten gibt’s an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Am Ende der Tour werden die Gäste mit einem Essen nach historischem Original-Rezept am Benen-Diken-Hof verköstigt.

 

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