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Living History Sylt : Das historische Keitum wird lebendig

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Living History Sylt startet am Sonntag in Keitum mit den ersten Aufführungen und es sind noch wenige Restkarten verfügbar.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 05:04 Uhr

Sylter Geschichte und Geschichten hautnah erleben und vieles über die Menschen von damals lernen – diese Möglichkeit bietet sich an diesem Sonntag in Keitum. Living History Sylt startet mit den ersten Aufführungen, bei denen die Teilnehmer auf einem geführten Rundgang Menschen und ihre Schicksale kennen lernen. In insgesamt zehn Spielszenen werden historische Sylter zum Leben erweckt.

Die letzten Proben sind abgeschlossen, die Schauspieler bekommen langsam Lampenfieber und die Gästeführer überlegen, wie sie am Sonntag ihre fundierten Informationen möglichst unterhaltsam an die Zuhörer bringen werden: auf Sylt öffnet Living History Sylt nach einem Jahr Pause wieder seinen imaginären Vorhang. Und der erhebt sich gleich über ein ganzes Dorf, denn im Mittelpunkt der geführten Rundgänge von Living History Sylt steht die Inselgeschichte am Beispiel Keitums. An zehn Originalschauplätzen erleben die Teilnehmer echtes „Infotainment“, wenn über zwanzig ehrenamtliche Laiendarsteller in die Rollen historischer Insulaner schlüpfen. Da dürfen die Gäste dann Kristen vor dem Altfriesischen Haus beim vorehelichen Streit mit ihrem Mann bedauern, weil sie nicht den gewünschten Einfluss auf die Ausstattung des Hauses nehmen darf, die trauernden Töchter des Pastors Hansen kurz nach dessen Beerdigung begleiten oder erleben, wie die geschickte Berlinerin Frau von Maybach einer Keitumerin ihren Leuchter abschwatzt. Traurige und schwere Schicksale wie das Leben im Armenhaus oder der Verlust der eigenen Kinder binnen kürzester Zeit an eine Seuche, werden in kurzen Spielszenen emotional zum Leben erweckt. Auch die Politik kommt nicht zu kurz: Uwe Jens Lornsen können die Gäste in einem Streitgespräch mit seinem Vater als Menschen mit einer schwierigen Persönlichkeit erleben, seinen Freund Schwenn Hans Jensen, ein Universalgenie, erschöpft nach seiner Amtszeit als Kieler Bürgermeister im ungewohnten Umgang mit Liebesdingen. Der Inselchronist C.P. Hansen darf in seinem Garten besucht und bei Forschungsarbeiten beobachtet werden und der erste Inselarzt sucht seinen Weg nach Tinnum.

Erdacht hat sich all` diese Geschichten auf der Grundlage wissenschaftlich recherchierter Fakten die versierte Inselkennerin und Autorin Silke von Bremen. Von ihr stammen die Dialoge, die so zwar nicht belegt, allerdings anhand der historischen Situation inszeniert wurden. Unterstützt vom Sylter Theaterpädagogen Ulrich Siering wurde über ein Jahr an den insgesamt zehn Szenen zusammen mit den Laiendarstellern gearbeitet. Entstanden ist so ein Abriss der Sylter Geschichte über rund zwei Jahrhunderte hinweg, der die Möglichkeit gibt, hinter die alten Mauern der Keitumer Friesenhäuser einen aufschlußreichen Blick zu werfen.

Das Bindeglied zwischen den Sprüngen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt und Szenen zu Szene sind die Gästeführer, die die Teilnehmer auf ihrem Rundgang durch Keitum begleiten. Sie geben Informationen zum historischen Kontext, berichten die ein oder andere Anekdote und stehen für Fragen der Gäste zur Verfügung. Silke Schütt-Klockenhoff, Maren Diedrichsen und Sven Lappoehn werden am Sonntag zusammen mit Silke von Bremen die Wissbegierigen in dem rund zweistündigen Rundgang mit der Inselgeschichte vertraut machen.

Start und Ende eines jeden Rundganges ist das Heimatmuseum. Hier steht das Living History Sylt – Zelt, in dem es für die Teilnehmer kleine Stärkungen und für alle Interessierten Living History Sylt-Souvenirs geben wird, die zahlreiche Sylter Manufakturen für diese außergewöhnliche Veranstaltung auf der Insel zur Verfügung gestellt haben.

Wer am Sonntag keine Möglichkeit hat Living History Sylt zu erleben, sei getröstet: an vier weiteren Sonntagen von Juni bis September wird wieder ein ganzes Dorf zur Bühne.

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