Veranstaltung auf Sylt : Das Geheimnis der Sylter Ringfibel

Das wertvolle Exponat ist um die tausend Jahre alt. Damit Schmutz und Fett es nicht beschädigen, darf es nur mit Handschuhen angefasst werden.
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Das wertvolle Exponat ist um die tausend Jahre alt. Damit Schmutz und Fett es nicht beschädigen, darf es nur mit Handschuhen angefasst werden.

Am Freitag berichtet Archäologe Dr. Martin Segschneider im Heimatmuseum über die Geschichte des Morsumer Silberschatzes

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14. Dezember 2016, 05:57 Uhr

Einen „Sensationsfund aus der Zigarrenkiste“ vermeldete die Sylter Rundschau Anfang November: Fast zwei Generationen zurück pflügt ein Morsumer Bauer seine Felder. Plötzlich blinkt etwas im Boden. Er bückt sich, um es aufzuheben. In Händen hält er mehrere Stücke aus Metall, rund geformt, teilweise mit goldenen Kugeln versehen und augenscheinlich sehr alt. Eines der Fundstücke ist ein Armring aus Silberdraht, geschichtlich in die Zeit der Wikinger einzuordnen. Dieser wird angekauft und befindet sich heute im Landesmuseum Schloss Gottorf. Der zweite Fund – ein Ring aus Metall mit mythologischen Verzierungen in Form von Drachen – gerät in eine Zigarrenkiste verpackt lange Zeit in Vergessenheit.

Als Dr. Martin Segschneider, Leiter des Referats für Küsten- und Meeresarchäologie am Niedersächsischen Institut für Küstenforschung, den Metallring zum ersten Mal sieht, erkennt sofort seinen historischen Wert: Es handelt sich um eine „Ringfibel“. Das über eintausend Jahre alte Silberschmuckstück wurde einstmals an der Kleidung getragen. Der Name Fibel leitet sich aus dem lateinischen Begriff „Fibula“ ab, was Spange bedeutet. Bei dem Stück „handelt es sich um einen neuartigen Fund für Sylt, vielleicht sogar für ganz Deutschland“ so Segschneider. Aber welche Gründe führten dazu, dass die Ringfibel auf Sylt vergraben wurde und was hat es mit den mythologischen Drachen auf sich? Warum ist das Schmuckstück so einzigartig? Wer mochte der Träger solch kostbaren Schmuckes gewesen sein? All diesen Fragen wird Dr. Martin Segschneider in seinem Vortrag über die Geschichte des Morsumer Silberschatzes nachgehen. Die Veranstaltung findet am Freitag, 16. Dezember, ab 19 Uhr im Heimatmuseum statt. Der Eintritt ist frei.

Die Öffnungszeiten im Sylter Heimatmuseum in der Wintersaison bis 21. März 2017 sind wie folgt: Mittwoch bis Sonnabend 12-16 Uhr. Geschlossen sind das Museum am Kliff in Keitum und auch das Altfriesische Haus jedoch bis 26. Dezember sowie an Silvester und am Neujahrstag.

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