Harleyfahrer auf Sylt : „Das Freiheitsgefühl ist wunderbar“

Heute startet die „Harley-Davidson Summertimeparty Sylt 2015“: Holger Jensen, Olaf Prott, Maria Kinzlio und Dr. Hans Joachim Meissner vom Sylt-Chapter (v.l.n.r.).
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Heute startet die „Harley-Davidson Summertimeparty Sylt 2015“: Holger Jensen, Olaf Prott, Maria Kinzlio und Dr. Hans Joachim Meissner vom Sylt-Chapter (v.l.n.r.).

Rund tausend Biker werden zum großen Harley-Treffen auf der Insel erwartet. Sylter Fahrer erzählen, was sie an den amerikanischen Kulträdern fasziniert.

shz.de von
29. Mai 2015, 05:30 Uhr

Motoren hallen durch die Straßen von Westerland, es knattert und dröhnt. Die Harleyfahrer sind wieder auf der Insel, heute startet die 18. „Harley-Davidson Summertimeparty Sylt 2015“ – rund 1  000 Biker werden bis Sonntag auf der Nordsee-Insel erwartet. Die ersten Begeisterten, sind schon Tage vor Beginn der großen „Summertime Party“ zu der das Sylt-Chapter an diesem Wochenende einlädt – auf die Insel gekommen. Was begeistert Menschen an diesen chromblitzende Maschinen? Was macht das Fahrgefühl aus? Und was ist das besondere am Harley-Treffen auf Sylt?

„Das Freiheitsgefühl beim Harleyfahren ist wunderbar“, da sind sich die Mitglieder des Sylt-Chapters einig. Außerdem sei die Kameradschaft sehr groß. „Beim Harleyfahren lernst du unheimlich schnell Leute kennen - gerade auf Sylt“, sagt Holger Jensen (57), Gründungsmitglied und zweiter Vorsitzender des Vereins. Das Sylt-Chapter wurde im Juni 1996 als offizieller Harley-Chapter gegründet – derzeit besteht es aus 50 Mitgliedern und vier Ehrenmitglieder.

Auch Maria Kinzlio, die seit rund fünf Jahren mit dabei ist, liebt das freie Fahrgefühl. „Es ist toll und einfach ein Traum, wenn man zum Beispiel Richtung List fährt, und auf der rechten Seite das Watt sieht“, schwärmt die 32-Jährige. „Das Fahren in der großen Gruppe ist etwas ganz Besonderes“, sagt Olaf Prott, erster Vorsitzender des Chapters. Ein festes Mitglieder-Schema gäbe es nicht, so der 62-Jährige. „Vom einfachen Arbeiter bis zum Staatsanwalt ist alles dabei, Rocker sind das nicht.“ Schnelles Fahren ist nicht das Ziel der Harley-Fahrer: Aufgrund des aufrechten Sitzens wird es bei Geschwindigkeiten über 100 Kilometer pro Stunde unangenehm, sagt Dr.Hans Joachim Meissner, begeisterter Harley-Fahrer und Orthopäde auf der Insel. „Das Fahrgefühl und Naturerlebnis auf einer Harley ist etwas ganz anderes: Der Motor, die Vibration, die Geräusche“, sagt der 67-Jährige, der seit über 20 Jahren mit den amerikanischen Motorrädern unterwegs ist.

Die Kritik am Lärm auf der Insel können die Biker gut nachvollziehen: „Es gibt immer ein paar Querulanten, die auch nachts fahren“, sagt Holger Jensen. Leute, die sich daneben benehmen gäbe es überall. Trotzdem gehöre der Motorenlärm einfach mit dazu und sei Teil des Harleyfahrens. Die „Harley-Davidson Summertimeparty“ ist das einzige Treffen im Jahr, das vom Sylt-Chapter auf der Insel veranstaltet wird.

Das besondere an dieser Zusammenkunft? „Es ist alles viel persönlicher hier als bei den großen Treffen, wie zum Beispiel den Harley-Days in Hamburg“, sagt Olaf Prott. Da kämen bis zu 100  000 Leute, auf Sylt seien es rund 1  000 angemeldete Fahrer. „Es eine spitzen Party, und Sylt einer super Location“, fügt der zweite Vorsitzende des Chapters hinzu: In welchem Alter man mit dem Harleyfahren aufhören sollte? „Man darf so lange fahren bis man umkippt, wenn es nicht mehr klappt mir der Balance“, sind sich die Sylter Biker einig.

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