Jahresempfang in Wenningstedt : Das „Familienbad“ entwickelt Zukunftsvisionen

Bürgermeisterin Katrin Fifeik bei ihrer Rede auf dem Empfang.
Bürgermeisterin Katrin Fifeik bei ihrer Rede auf dem Empfang.

Wohnraum für Sylter war das große Thema beim Jahresempfang / Medienschelte wegen Berichterstattung zum „Fall Wonnemeyer“

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01. März 2018, 21:03 Uhr

Wer späten Mittwoch-Nachmittag trotz Schnee und Eis den Weg in den Kursaal³ gefunden hatte, weiß jetzt immerhin, was eine „SWOT-Analyse“ ist. Damit meinen Marketing-Experten die Untersuchung von Stärken, Schwächen, Chancen sowie Risiken (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats – SWOT). In diesem Fall bezogen auf die Gemeinde Wenningstedt-Braderup und deren Zukunftsvisionen, die die Verantwortlichen über einen Zeitraum von mehreren Jahren in fünf Workshops entwickelt haben.

Es war eines der ersten Themen, die Bürgermeisterin Katrin Fifeik beim Jahresempfang der Gemeinde für die zirka 150 anwesenden Gäste auf der Agenda hatte. „Es geht darum, wo wir uns im Jahr 2030 sehen. Für wen brauchen wir Wohnraum, welche Flächen können wir dafür ausweisen, wie wollen wir den Verkehr kanalisieren?“, erklärte die Bürgermeisterin den Hintergrund. Die inhaltliche Vorstellung jedoch überließ sie Kai Müller vom Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup (TSWB), der die Workshops ehrenamtlich moderiert hatte. Er stellte die Methodik vor und betonte, dass es dabei nicht um kurzfristige Maßnahmen gehe. Die Ergebnisse der Workshops sollen den Einwohnern am 25. April präsentiert werden. Bei Michael Wagner von der Provinzial-Agentur hatte die Gemeinde mit dem Thema ins Schwarze getroffen: „Da merkt man, dass sich jemand Gedanken gemacht hat.“ Zurück am Rednerpult sprach Katrin Fifeik den Wohnraum für Insulaner auf der Osterwiese an. „Der Finanzplan ist exakt im Budget. Wir müssen keinen Cent nachschießen“, verkündete die Bürgermeisterin stolz. 57 Wohneinheiten sind auf dem Grundstück entstanden. Die Doppelhaushälften seien bereits vergeben, die Wohnungen indes noch nicht, betonte die Bürgermeisterin. Interessenten könnten sich noch immer bewerben.

Wer sich auf dem Jahresempfang neue Informationen über den weiteren Fahrplan in Sachen „Wonnemeyer“ erhofft hatte, wurde enttäuscht. Zur Sprache brachte die Bürgermeisterin die Angelegenheit aber schon – in Form einer ausschließlich an die Sylter Rundschau gerichteten Medienschelte. „Die Berichterstattung war einseitig. Wo soll das hinführen, wenn eine Zeitung so viel Einfluss nimmt?“, stellte Fifeik in den Raum. Im Publikum fand das allerdings nicht bei jedem Zustimmung. „Was das jetzt soll, verstehe ich nicht“, so ein Wenningstedter am Rande des Empfangs. Andere wiederum hatte die Bürgermeisterin mit ihren Themen abgeholt. „Das interessiert einen ja, wie es strategisch weitergeht“, fanden Susanne und Tobias Klaus. „Die Mitbürger mitzunehmen, das ist Demokratie für mich“, sagte Hotelier Gorden Kiose. Bürgermeisterin Fifeik schloss ihre Rede mit einem Lob an die Feuerwehr: „Ihr seid die Stütze unserer Gemeinschaft!“ Einen genussvollen Abschluss fand der Empfang mit Häppchen aus dem Restaurant „iismeer“.







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