Kampener Kindergarten : Das Ende einer Familie

Der Kampener Kindergarten wird geschlossen.
Der Kampener Kindergarten wird geschlossen.

Das Ende des Kampener Kindergartens mit anzusehen tut weh - doch Schuldzuweisungen lindern den Schmerz nicht. Ein Kommentar von Jörg Christiansen.

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07. März 2014, 06:00 Uhr

Wer den Kampener Kindergarten kennt, wird verstehen, warum die Enttäuschung über die Schließung bei den Eltern so groß ist – auch wenn alle in ihren Wohnorten einen Platz für ihr Kind finden werden. Seit Jahrzehnten wird den Kindern – egal woher sie kommen – hier ein Idyll geboten, das seinesgleichen sucht. Hier werden sie nicht abgegeben und betreut, hier sind sie zuhause. Wer sein Kind in Kampen anmeldet, der wird Teil einer großen Familie – und viele bleiben es, auch wenn ihre Kinder längst zur Schule gehen. Diese Familie auseinander brechen zu sehen, tut weh. Nicht nur den heutigen Eltern. Auch die Gemeindevertreter sind Teil dieser Familie, haben den Kindergarten bis zuletzt finanziell und tatkräftig unterstützt. Doch ihre Verantwortung geht eben weiter als bis zur Kindergartentür, die fast alle hunderte Mal selbst geöffnet haben. Das wird keinem aus diesem Kreis jemals so schmerzhaft bewusst gewesen sein. So gut es auch tut, wenigstens einen Schuldigen zu haben – in Kampen findet man ihn nicht.

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