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Ortsentwicklung auf Sylt : „Das Dorf ist jetzt gefordert“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bürger-Workshop „Keitum im Dialog“ findet Mitte März statt. Bereits Ende Februar geht es in die nächste Verhandlungsrunde zum Thermenabriss

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erstellt am 18.Jan.2016 | 05:30 Uhr

„Unsere Bürger sollen ihr Dorf selbst gestalten und es soll ein Leitbild für Keitum erstellt werden, an dem sich dann die Politik abarbeiten kann.“ Dies seien die erklärten Ziele des Workshops „Keitum im Dialog“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Oliver Ewald am vergangenen Donnerstag. Ausdrücklich lud er alle Interessierten dazu ein, am 18. und 19. März zu der Veranstaltung in den Friesensaal am Tipkenhoog zu kommen – Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer und treue Gäste des Dorfes ebenso wie Appartementvermieter, Hoteliers, Gastronomen und Inhaber von Geschäften, Galerien oder Werkstätten.

Um eine größtmögliche Unabhängigkeit und Objektivität zu gewährleisten, hatte das Bauamt der Gemeinde Sylt vorgeschlagen, mit der Durchführung und Moderation des zweitägigen Workshops eine externe Agentur zu beauftragen. Vier Stadtplanungsbüros beteiligten sich an der Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt die Firma Urbanista aus Hamburg, die durch zahlreiche Projekte und Seminare in Deutschland und auch im Ausland überzeugte. Finanziert werden die Kosten für die Veranstaltung sowie für die Aufbereitung der Ergebnisse in Höhe von zirka 16  500 Euro zur Hälfte über das Förderprogramm „AktivRegion Uthlande“. Die andere Hälfte kommt aus dem Gemeindehaushalt.

Genauso offen und breit aufgestellt wie der Teilnehmerkreis sollen auch die Themen des Workshops sein, betonte Oliver Ewald. „Natürlich wird es um das Thermengrundstück gehen und um die Arena, aber auch um die Gestaltung der Küste am Wattenmeer oder um die Verkehrsführung im Dorf“, so der Ortsbeiratsvorsitzenden. „Eben um den gesamten Komplex einer zukünftigen Ortsentwicklung.“ Diskutiert werden sollen außerdem wichtige Themen wie die Schaffung von mehr Dauerwohnraum in Keitum, das gewünschte Verhältnis von Gewerbe und Wohnungen in den überwiegend historischen Gebäuden im Ortskern sowie die künftige touristische Entwicklung des Dorfes. Deshalb wünscht sich Oliver Ewald, dass auch Vertreter des Insel Sylt Tourismus Service (ISTS), von Sylt Marketing und anderer Tourismusagenturen an dem Meinungsaustausch teilnehmen. Denn der Workshop sei von großer Bedeutung – über die Grenzen von Keitum hinaus, sagte der Ortsbeiratsvorsitzende. „Unser Dorf ist jetzt gefordert. Viele gucken auf uns.“

Das Bürgerforum sei ein Prozess, der von Impulsen lebe, erklärte Nikolas Häckel auf der Ortsbeiratssitzung. „Es geht darum, unbefangen über Neues zu debattieren. Aber es sollte auch festgelegt werden, was als bewahrenswert gilt“, so der Bürgermeister.

Die ersten Ergebnisse des Bürgerforums werden am 23. Mai im Keitumer Friesensaal präsentiert. Bis dahin dürfte auch mehr Klarheit herrschen, wie es um die Zukunft des Thermengeländes steht. Denn bereits am Petritag im Februar findet eine neue Gesprächsrunde zum Abriss der Bauruinen statt, kündigte Nikolas Häckel an. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Carsten Kerkamm wird er sich mit Bauunternehmer Kurt Zech sowie Anwälten beider Seiten treffen, um erneut über einen möglichen Vergleich zu verhandeln. Ob es dann so eine Art „Deal“ geben könnte, wie von seiner Vorgängerin Petra Reiber vorgeschlagen, wollten Mitglieder des Ortsbeirats wissen. „Es wird einen Deal geben, das hoffen wir zumindest“, antwortete Häckel. „Denn ein Vergleich an sich ist ja nichts Schlechtes. Das Ergebnis muss allerdings gut für den Ort sein.“

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