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Das alte Sylt - gezeichnet von C.P. Hansen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 09.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Mit der Sonderausstellung „Sylt im Sinn. Der Chronist C.P. Hansen“ widmet sich das Sylter Heimatmuseum einer der zentralen Sylter Figuren des 19. Jahrhunderts. Noch bevor seine Heimatinsel von Badegästen und Künstlern erkundet wurde, hat C. P. Hansen mit wachem Blick die Insellandschaft als außergewöhnlich und bemerkenswert entdeckt.

Durch eine Schenkung befindet sich ein Konvolut von farbig gefassten Zeichnungen von der Hand C. P. Hansens im Besitz der Sölring Museen. Sie gelten als die frühesten Darstellungen der Sylter Landschaft und zeigen einen den Details liebevoll zugewandten Blick. Diese teilweise über 160 Jahre alten Blätter konnten nun durch eine fachgerechte Restaurierung für die Zukunft gesichert werden. Die kleinen Blätter werden in der Ausstellung gezeigt. In den kommenden Wochen wird die Sylter Rundschau einige der Zeichnungen C. P. Hansens etwas näher vorstellen.


Der westliche Theil des Morsumkliffs


Im Jahre 1845 veröffentlicht C. P. Hansen in Hamburg das Buch „Die Insel Sylt in geschichtlicher und statistischer Hinsicht“. 50 Sonderabdrucke macht er seinen Landsleuten zugänglich und vermittelt ihnen damit eine Heimatkunde, die verschiedene Aspekte wie Vorgeschichte, Kulturgeschichte, Geographie und Naturkunde zusammenfasst. Über das Morsumkliff schreibt er hier: „Im Morsumkliff kommen die verschiedenen Bestandtheile des Bodens zu Tage, weshalb dieses Kliff ein sehr buntes Ansehen hat. Nach Professor Forchhammer wären folgende Flötzmassen im Morsumkliff: 1. Kaolin-Sand (Porcelainerde, reiner Quartzsand und weißer Glimmer gemischt). 2. Limonit-Sand (Quarz mit phosphorsaurem Eisen und weißem Glimmer). 3. Glimmer-Lehm oder Thon (Braunkohlen und Kalkstein untergeordnet). 4. Allaun-Erde (blauschwarz). In dem Limonit-Sande und im Glimmer-Thon kommen eine Menge Muscheln und Schnecken und zwar meistens solche Geschlechter, die nicht mehr lebend in diesen Gegenden anzutreffen sind, zum Theil hoch oben in dem Kliff zum Vorschein.“

In seiner Zeichnung „Der westliche Theil des Morsumkliffs mit dem rothen Sandsteinriff“ (8,9 x 15,6 cm) aus dem Jahr 1862 stellt Hansen diese verschiedenfarbigen Sedimente dar.

Immer wieder sammelt C. P. Hansen hier am Kliff Muscheln und Versteinerungen. Zunächst sind seine Kenntnisse über die Funde noch lückenhaft, aber im Laufe der Jahre erwirbt er so viele naturhistorische Kenntnisse, dass er seine Sammlung einigermaßen wissenschaftlich ordnen kann. Ein Besucher notiert 1876 über die Sammlung in seinem Wohnhaus: „Auch die Petrefacten des Morsum-, des Rothen- und des Keitum- und des Braderup-Kliffs sind hier vertreten, Korallen, Strahltiere, Muscheln, Krebse, Fische; verschiedene Holzarten, Blattabdrücke und Früchte.“


„Sylt im Sinn. Der Chronist C.P. Hansen“ (10.11.2013- 23.02. 2014),Sylter Heimatmuseum und Altfriesisches Haus, Am Kliff 19, Keitum, Öffnungszeiten: Mi-Sa 12-16 Uhr






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