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Das alte Sylt – gezeichnet von C. P. Hansen (6)

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die aquarellierte Zeichnung „Die Wohnung des Eierkönigs (9 x 10,5 cm) gehört zu den kleinen Zeichnungen C.P. Hansens, die in der Ausstellung im Heimatmuseum im Original zu bewundern sind. Diese zeigen nicht nur die Landschaft auf Sylt, sondern sie beleuchten en passant auch die Lebensverhältnisse der Sylter im 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit veränderten sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der Bewohner der Insel Sylt durch das Aufkommen des Bädertourismus immer stärker. Eine ursprüngliche Art und Weise den Unterhalt zu sichern war dagegen das Sammeln von Vogeleiern. Peter Hansen, der jüngere Bruder von C. P. Hansen, erzählt in seiner Inselbeschreibung von 1824, dass schon Kinder, mehr aus Vergnügen, Bergenten-, Bachstelzen-, Schnepfen- oder auch Strandläufereier sammelten. Nie aber die Eier der Lerchen und der europäischen Gesangsdrosseln.

Das Möweneiersuchen war hingegen eine ernstzunehmende Tätigkeit der Inselbevölkerung, die im Mai und Juni die Lister Dünen mit regem Leben füllte. „Um 1861 herum war das Lister Dünengebiet in zwei große Eiergebiete aufgeteilt und zwar in den nördlichen Eierdistrict, in dem die Bewohner Lists und auf dem Ellenbogen die Bewohner der beiden dortigen Leuchttürme sammelten. Die größere südliche Hälfte der Lister Dünen wurde zumeist an die Kampener zum Sammeln verpachtet. Diese wählten unter sich den Eierkönig, der das Sammeln leitete, Befehle erteilte, dazu einen Kassierer oder Rechnungsführer“. (nach P. Hansen-Petersen, Chronik von List auf Sylt, Typoskript vor 1951).

Die Zeichnung „Die Wohnung des Eierkönigs“ zeigt neben der Hütte in den Dünen einige solche Eiersammler.



„Sylt im Sinn. Der Chronist C.P. Hansen“, bis 23. Februar 2014 im Sylter Heimatmuseum und Altfriesischen Haus, Keitum. Öffnungszeiten in der Weihnachtswoche: Fr. (27.12.) 12-16 Uhr, Sa. (28.12.) 12-16 Uhr, So (29.12.) 12-16. Uhr.

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