Streit um Strandrestaurant "Wonnemeyer" : „Darauf können wir nicht eingehen“

Rüdiger Meyer, Geschäftsführer von „Wonnemeyer“
Rüdiger Meyer, Geschäftsführer von „Wonnemeyer“

Rüdiger Meyer, Eigner von Wonnemeyer, nimmt Stellung zum Interview mit Wenningstedts Tourismus-Chef Henning Sieverts.

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03. Januar 2018, 18:28 Uhr

Im Streit um die Zukunft des Restaurants „Wonnemeyer am Strand“ äußert sich Geschäftsführer Rüdiger Meyer zum Interview mit Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts in der gestrigen Ausgabe der Sylter Rundschau wie folgt: „Die unnachgiebige Haltung der Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup hat erpresserische Züge. Es gab keinen besseren Zeitpunkt für einen fairen, offenen und transparenten Wettbewerb, bei dem es um Konzepte und Angebote und nicht um Diskreditierung und politisch motivierten Ausschluss geht, als das Jahr 2017“, so Meyer. Die Ausschreibung und Neubau der Plattform hätten reibungslos integriert vollzogen werden können. „Warum wirklich hat der TSWB wohl ‚Wonnemeyer‘ eine vierjährige Pachtverlängerung des Grundstücks angeboten, einhergehend mit umfassender Sanierungsverpflichtung und anschließender kostenfreier Übereignung?“ Er als Pächter habe im Übrigen bereits intensiv an Konzepten und baulichen Plänen gearbeitet, um erfolgreich an dem letztlich von der TSWB nicht vorgenommenen Ausschreibung teilnehmen zu können, erklärt Meyer.

„An der Forderung, eine Neubaumaßnahme nach vier Jahren unentgeltlich an den TSWB zu übereignen, scheitert jeglicher Versuch einer betriebswirtschaftlichen Plausibilisierung“, heißt es weiter. „Wonnemeyer“ habe jederzeit seine Bereitschaft für die Investition bekräftigt. Selbst eine Vertragsverlängerung um vier Jahre sei akzeptiert worden, sofern die an den TSWB oder an Dritte zu übergebende Anlage zu einem fairen Zeitwert vergütet würde. „Wir haben stets eine Zeitwertvergütung vorgeschlagen oder eine längere Vertragslaufzeit zur ausreichenden Amortisation des Neubaus“, betont Meyer. „Auf die von Herrn Sieverts dargestellten, für uns nicht nachvollziehbaren Zahlenspiele durch Vermischung von Investitionsmaßnahmen im Jahr 2015 und des jetzt geforderten Neubaus der südlichen Plattform können wir nicht eingehen, da wir sie nicht verstehen. Der Zweck, die Öffentlichkeit verwirren zu wollen, ist offensichtlich.“ Ungeachtet der nunmehr strittigen Zahlen bleibe es jedoch bei der Forderung der TSWB, das gesamte Neubauwerk nach vier Jahren unentgeltlich übereignet zu bekommen.

Tatsächlich sei von der Familie „Wonnemeyer“ bis zu deren Urlaub im Oktober 2017 eine, wen auch zähneknirschende Zustimmung zu dem inzwischen hinlänglich bekannten Verlängerungsangebot signalisiert worden, so Rüdiger Meyer. Alle seine Berater hätten jedoch im Dezember dringend hiervon abgeraten und die „Notbremse“ gezogen, weil ein kostendeckender Betrieb unter den bekannten Rahmenbedingungen nicht darstellbar und das Eintreten von Risiken, wie sie in den vergangenen 20 Jahren immer wieder aufgetreten seien, ruinös für die inzwischen zwei Gastronomen-Generationen der Familie „Wonnemeyer“ gewesen wäre. Die Sicht des TSWB, dass „Wonnemeyer“ mit der späten Absage taktisch vorgegangen wäre, sei daher unrichtig.

„Wonnemeyer“ suche erkennbar und unbedingt den Dialog mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat des TSWB sowie den bisher noch nicht befassten Gemeindevertretern, um ein Einvernehmen und eine für die Insel, die Gemeinde, den TSWB, die Gäste und natürlich auch für die „engagierte Unternehmerfamilie“ eine optimale Lösung zu finden, erklärt Meyer. Anders als der Wenningstedter Tourismus-Service würde „Wonnemeyer“ eine starke Bindung und Sympathie seiner Kunden genießen. Dies zeige unter anderem die sehr intensive Resonanz auf die Nachricht von der bevorstehenden Schließung des Strandrestaurants in den sozialen Netzwerken. Wen wundert es, wenn der TSWB eine Kampagne vermutet?

Jede Form der weiteren Kommunikation könne aus Sicht von „Wonnemeyer“ aber gern unter gegenseitig zugesicherter strikter Vertraulichkeit erfolgen, wenn es dem Ziel diene, Schaden abzuwenden und eine gütliche Einigung zu finden, so Meyer abschließend. „Eine Moderation hierzu erscheint uns allerdings unerlässlich.“


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