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Sylter Rundschau

23. Oktober 2017 | 12:38 Uhr

Miris Sylt : Danke, Petrus!

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Kieler Journalistin Miriam Köthe verbringt jede freie Minute auf Sylt – und schreibt darüber immer Sonnabends in der Sylter Rundschau. Diesmal hat sie Yoga am Strand für sich entdeckt.

Eines ist mal klar: Petrus liest die Sylter Rundschau! Zumindest immer samstags. Vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle nämlich meine Wetter-Befürchtungen bezüglich meines bevorstehenden Urlaubs geäußert. Nach vier Wochen Hammer-Sommerwetter war ich mir sicher, dass spätestens mit meinem Eintreffen der Himmel sich zuzieht, die Temperatur ins Bodenlose stürzt und der Regen einsetzt. Petrus hatte anscheinend wirklich Mitleid mit mir. „Die kleine Blonde soll ihren Urlaub auch genießen“, wird er sich gedacht haben.

Was für traumhafte letzte Augustwochen, oder? Sonne, Sonne und nochmals Sonne. Aufstehen, und nicht mal mehr aus dem Fenster schauen, wie das Wetter wohl ist. Aufstehen, ohne sich Gedanken zu machen, in wie viele Schichten man sich hüllt. Mehr geht nicht. Gefühlt habe ich in zwei Wochen hundert Waschmaschinen mit Strandhandtüchern durchgetrommelt und Carsten tubenweise Sonnencreme auf seinen Körper geschmiert. Das Tollste aber war, dass ich in meinem Urlaub wirklich alle geplanten Outdoor- Aktivitäten unternehmen konnte.

Strand- Yoga bei schönem Wetter. Wollte ich immer schon mal machen. Mit geschlossenen Augen im Sand sitzen und dem Meeresrauschen sowie der sanften Stimme einer Yogalehrerin lauschen. So eine Stimme hat übrigens nicht jeder. Carsten hat sie definitiv nicht. Er würde mit seinem Radio-Organ alle aus ihrem Mantra reißen. „Moin hier am Wenningstedter Strand. Wir beginnen sofort mit drei flotten Übungen. Zack, zack“.

Ganz anders dagegen Maren, unsere Lehrerin. Sie bittet uns, im Kreis sitzend, langsam unsere Name zu sagen und die tolle Umgebung bewusst wahrzunehmen. Wir sind am Wenningstedter Hauptstrand. Carsten sitzt neben mir. Nach Atemübungen folgt der praktische Teil, inklusive Sonnengrüßen. „Mach das ordentlich“ flüstere ich Carsten zu „sie soll schließlich bleiben, die Sonne“. Die Sonne bleibt, und wir bleiben auch. Montags, mittwochs und freitags gehen wir zu Yoga- Maren an den Strand, und das, obwohl Carsten sie nach der zweiten Übungsstunde aufgrund seines starken Muskelkaters nicht mehr so sehr mag, wie nach der ersten. „Die tut immer nur so nett. In Wirklichkeit will sie einem nur fiese Schmerzen zufügen“, behauptet er lachend. Schade, dass wir abreisen müssen. Wir versäumen ihr mit Liebe geplantes Yogafestival morgen in Keitum. Wer noch nichts vorhat: es lohnt sich mit Sicherheit. Infos finden Sie auf www.yogamare.de. Viel Spaß, ihr Yogis! Wir vermissen euch!

Übrigens könnte man meinen, dass wir in diesem Urlaub für die Tour de France trainiert hätten. Mal eben morgens von Morsum an den Strand radeln. Kein Problem. Mal eben abends von Morsum in die Stadt nach Westerland radeln. Kein Problem. Wir sind Helden. An einem Tag sind wir sage und schreibe von Morsum bis hoch zu Gosch nach List geradelt. Und wieder zurück. Darauf bin ich stolz. Aber nein! Ich empfehle Ihnen nicht, es nachzuahmen. Sagen wir so: auf dem Rückweg haben wir ab Höhe Buhne 16 kein Wort mehr gesprochen - stöhnende Selbstgespräche ausgenommen. Und mein Po ist heute noch platt wie eine Flunder. Zu Hause fahre ich erst mal wieder Auto.

Apropos Auto. Was sind auf Sylt schon Porsche, Ferrari, Bentley und Co?! ICH habe in einem viel cooleren Gefährt gesessen: einem Mähdrescher. Ja, richtig gelesen. Ich durfte mit Landwirt Jens-Uwe Petersen ernten. Rung-rung-rung... mit viereinhalb Metern Schnittfläche Bahn für Bahn übers goldene Feld. Damit ging bei mir ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Bin glücklich. Jetzt heißt es aber Abschied nehmen. Vom Urlaub, von der Insel, aber hoffentlich nicht von der Sonne. Winke, Winke Sylt. Bis spätestens zum Windsurfworldcup. Und, lieber Petrus, da ich davon ausgehe, dass du auch diesen Artikel liest: ich möchte hiermit schon mal einen genauso schönen, sonnigen und warmen Sommer 2014 buchen. Für alle Urlauber, für alle Sylter – und für mich.

 

 

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

 

 

 

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