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Galashow : „Danke für all die schönen Momente!“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Ballettlehrerin Karin Schacht verabschiedete sich mit „Best of Dance” von der Insel

Wenn die „Grande Dame” der Sylter Ballettszene nach mehr als 32 Jahren Tanzarbeit auf der Insel ihren Abschied feiert, dann kullern schon mal die Tränen – und zwar hinter und vor dem roten Vorhang des Alten Kursaals in Westerland. Aber Karin Schacht wäre nicht sie selbst, wenn sie sich von zu viel Rührseligkeit ihre letzte Galashow hätte verderben lassen. Und so biss sie am Sonntagabend die Zähne zusammen und tanzte, was das Zeug hielt.

Als charmante Moderatorin begleitete sie ihr Publikum im ausverkauften Haus durch den Abend, der noch einmal alle Facetten des Balletts zeigte: Romantik, Klassik, Moderne, Komik, Show und ganz viel Herzblut. Die über zweistündige Show zeigte die Highlights aus drei Jahrzehnten und ließ liebgewonnene Erinnerungen auferstehen. Mit dem „Häschentanz” holte sie eine ihrer ersten Choreografien samt niedlicher Kostüme aus dem Fundus, die ebenso in Erinnerung bleiben werden wie die Ausschnitte aus Carmina Burana, der Regenschirmtanz oder der Walzer aus „Dornröschen“. Auf den durfte die Choreografin Karin Schacht doppelt stolz sein, denn ihre Schülerinnen zeigten nicht nur ihr ganzes Können, sondern auch Anmut und Eleganz, was die Lehrerin humorvoll kommentierte: „Dieser Tanz hat uns ganz schön viel Arbeit gekostet. Versuchen Sie mal, pubertierende Mädels in rosarote lange Tüll-Tütüs zu stecken…“

Ob original ägyptischer Bauchtanz nach Raquia Hassan, Menuett von Luigi Boccherini, Tanz der Schatten aus La Bayadere oder die lustige Nummer der „Muskelmänner“ mit Max, dem einzigen Jungen auf der Bühne – Tanz muss berühren, muss zu Herzen gehen und darf manchmal auch einfach nur Spaß machen. Dass sie selbst auch nach 53 Jahren auf der Bühne nie die Lust am Tanzen verloren hat, bewies Karin Schacht (62) bei den Ausschnitten aus „Lord of the Dance“, denn sie sprang kurzer Hand für eine verletzte Schülerin ein und warf die Beine zu irischer Musik höher als ihre jungen Tänzerinnen. „Ich bin ein altes Zirkuspferd – wenn ich Musik höre, fange ich an zu tanzen“, scherzte sie von der Bühne herunter und moderierte schon das nächste Highlight an.

Der Abend verging wie im Flug und schließlich wurde es Zeit für die letzte „Geschichte vom Zubettgehen“, mit der sich der rote Samtvorhang für das Ballettstudio Schacht für immer schließen sollte. Standing Ovations, Blumen, kleine Präsente und aufrichtige Worte des Dankes und der Anerkennung dürften die schönste Belohnung für Karin Schacht gewesen sein, die im Oktober die Insel verlässt. Und wenn sie Sehnsucht nach Sylt hat, kann sie einen Blick auf ihren großen Kalender mit Inselmotiven von Hans Jessel werfen, den ihr Bürgervorsteher Peter Schnittgard im Namen der Gemeinde mit auf den Weg gegeben hat. Einen Weg auf zu neuen Ufern, zu einem ganz neuen Privatleben mit viel Zeit für Zweisamkeit und für schöne Reisen. Die Insel sagt: „Danke, Karin Schacht!“

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erstellt am 13.Jun.2017 | 10:16 Uhr

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