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E-Mobilität auf Sylt : Dank Elektrokraft freie Fahrt trotz steifer Brise

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

E-Bikes haben den Ruf des „Senioren-Fahrrads“ / Neue Modelle beweisen, wie praktisch und nützlich die Gefährte vor allem auf der stürmischen Nordsee-Insel Sylt sein können

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Die Sylter Landschaft gleitet vorbei – unterlegt mit einem leisen Surren, der Wind pfeift in den Ohren: Mit dem E-Bike kann man auch ohne ins Schwitzen zu kommen über die Insel fahren. Gerade hier wo der Wind oft stärker bläst als auf dem Festland, kann das motorisierte Fahrrad eine große Erleichterung sein. Und das nicht nur für Menschen jenseits des Rentenalters.

Der Kabarettist Manfred Degen (66) fährt seit zwei Jahren mit seinem E-Bike im Retrolook über die Insel - rund 1000 Kilometer pro Jahr legt er mit dem Gefährt zurück. E-Bike sei eigentlich die falsche Bezeichnung –„Pedelec” sei der richtige Name für diese motorunterstützten Gefährte, die bis zu 25 Kilometer in der Stunde schaffen. Nur dann könne man ohne Helmpflicht und Versicherung auskommen. Im Volksmund sei jedoch E-Bike geläufiger.

 


Ob 100 oder 10 Prozent entscheidet jeder selbst


 

 

Alpen und Rocky-Mountains: Als trainierter Radler kennt Degen sich aus. Die elektronische Unterstützung beim Treten kann je nach Belieben und körperlicher Fitness aktiviert werden: Ob man 100 oder nur 10 Prozent Motorhilfe braucht entscheidet also jeder selbst. Zu Hause an der Steckdose lädt man dann den Motor wieder auf - für unterwegs gibt es ein extra Ladegerät.

Laut der aktueller Studie „Fahrradfahren in Deutschland 2014“ liegen für jeden dritten Radfahrer die modernen Alleskönner im Trend. Jeder Fünfte würde sogar das Auto für ein E-Bike stehen lassen.„Ich hoffe, dass das E-Bike eine sinnvolle Gelegenheit ist, dem Gegenwind Paroli zu bieten“, sagte Moritz Luft von der Sylt Marketing (SMG). Die SMG unterstütze und fördere die E-Mobilität auf der Insel. Der SMG-Mann zeigt sich zuversichtlich: “Ich denke dass wir mit dem Angebot an E-Bikes auf Sylt inzwischen ganz gut aufgestellt sind“, betont Luft.

Auch Manfred Degen zeigt sich zuversichtlich und will das „alte–Leute Vorurteil“ nicht gelten lassen: „ Mit 25 Prozent Motor-Unterstützung E-Bike zu fahren, ist besser, als auf dem Sofa Fernsehen zu schauen“, sagte er begeistert von den Rädern. „Ich finde es immer wieder faszinierend, wie bedien- und benutzerfreundlich diese Fahrräder sind.“ Einziger Nachteil sei für ihn der höhere Rollwiderstand und das Gewicht: Die E-Fahrräder würden rund 5-7 Kilo mehr wiegen als ein Gewöhnliches, so Degen.

Der Energieversorgung-Sylt (EVS) setzt sich für den Umweltschutz auf Sylt ein: Das Unternehmen engagiert sich für die Fortbewegung per Auto, Rad oder Roller und will so leistet so einen Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgases CO2 leisten. Das Ziel: Eine breite Anwendung von Elektrofahrzeugen auf der Insel Sylt. Mit 50 Euro unterstützt der Energieversorger den Kauf eines E-Fahrrads auf Sylt, wenn der Radler für zwei Jahre einen Werbe-Aufkleber des Unternehmens umher fährt.

 


Umweltfreundlich und effizient


 

 

E-Bikes mieten kann man auf Sylt inzwischen an vielen Orten: Bei der Firma M&M kann das Damen-+Elektrorad „Victoria“ für 19 Euro pro Tag gemietet werden. „Wir vermieten sieben bis 15 E-Bikes pro Tag“ , sagte ein Mitarbeiter des Fahrradverleihers. Auch viele junge Leute – meist Tagesgäste vom Festland – würden die Räder mieten.

Auch das Hotel Budersand in Hörnum bietet seinen Gästen seit rund einem Jahr verschiedenen Modelle der elektro-betriebenen Gefährte an: „Die Fahrräder werden von den Gästen sehr gerne angenommen“, sagte eine Sprecherin des Hotels. Ob das jedoch daran läge, dass das Hotel die Räder anpreist oder ob das an der allgemeinen Entwicklung auf Sylt läge, sei unklar.

Wer ein eigenes E-Bike sucht, wird auf der Insel fündig: Mit Syltfisch und dem dazugehörigen Logo hat Anke Kettler (44) eine Sylter Marke geschaffen, die mit ihren Produkten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und ethischen Verantwortung für Mensch und Natur liefern soll.

 


Ein E-Bike aus Holz für Design-Fans


 

 

Auch ein E-Bike aus Holz gehört zu den Produkten rund um die Gräte, die schematisch einen ganzen Fisch zeigt und zugleich das Wort Sylt bildet. Für Menschen die es sich leisten wollen, ist dieses Fahrrad genau richtig: Rund 4000 Euro kostet das Teil, das mit Eichenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft gebaut ist. Wo kein Holz verarbeitet ist, wurde rostfreier Edelstahl verwendet.

Das Designer-Fahrrad hat einen eingebauten 225-Watt-Motor. Wenn der Wind besonders stark pustet, schaltet man einfach den – in drei Stufen verstellbaren – unterstützenden Motor hinzu. Nachhaltigkeit und Fahrspaß werden bei dem hübsche Holzfahrrad aus Holland kombiniert.

Auch das Kaufhaus H.B. Jensen auf Sylt bietet E-Bikes an: „Im vergangenen Jahr haben wir mehr E-Bikes verkauft als normale Fahrräder“, erzählt Sven Jacobsen, der Fahrradspezialist des Hauses. 2000 Euro müsse man auf den Tisch legen, um ein taugliches E-Bike zu bekommen, vom dem man länger etwas hat.

Wer nicht selber treten will kann sich auch mit dem InselCruiser von Velotaxi Sylt am Meer umherfahren lassen. Das Pionierprojekt von Inhaber und Betreiber Stephan Seegers startete vor zwei Jahren – im April 2013. Mit viel Power etablierte der Unternehmer die eiförmigen E-Fahrrad-Rikschas zu einer festen Größe des Inselgeschehens. Die Chauffeure müssen sich nicht plagen – beim Treten werden sie von einem Elektromotor unterstützt.

E-Bikes sind also, gerade auf Sylt, sehr hilfreich, um auch längere Strecken umweltfreundlich und ohne Schweiß auf der Stirn zu überwinden. Unabhängig vom Alter!

 

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