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Satirischer Wahlkampf auf Sylt : Daniel Köhler fordert: „Deiche statt Reiche“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Satirischer Wahlkampf um das Sylter Bürgermeister-Amt: Der Journalist Daniel Köhler will gegen Gabriele Pauli antreten.

von
erstellt am 25.Sep.2014 | 05:43 Uhr

Der Slogan seines Wahlkampfs lautet „Auch sehr nah am Wasser gebaut: Daniel Köhler – Bürgermeister für Sylt“, sein Motto ist „Deiche statt Reiche“: Der 34-jährige Journalist Daniel Köhler arbeitet unter anderem für den Bayrischen Rundfunk und generiert sich als Bürgermeisterkandidat für die Gemeinde Sylt. Die Begründung für den satirischen Wahlkampf, der in den vergangenen Wochen von verschiedenen Medien aufgegriffen wurde: Dass sich die ehemalige bayrische Landrätin Gabriele Pauli, die mit Sylt vorher nichts am Hut gehabt habe, um den Posten bewerbe, halte er für dermaßen bizarr, dass seine Kandidatur den Sylter Wahlkampf auch nicht absurder machen könne, sagt der momentan in München lebende Bayer in einem Interview mit Deutschlandradio Wissen. Oder, anders formuliert: „Ich trete als Bayer auf Sylt an, um eine Bayerin zu verhindern.“

Köhlers Verhinderungstaktiken sind dabei recht unorthodox – und auch recht unterhaltsam. So findet sich auf seiner Internetseite www.köhler-für-sylt.de neben zahlreichen Videos und Fotos des Journalisten auch das Computerspiel „Sylt Invaders“: Der Spieler muss sich als Daniel Köhler seinen Weg durch zahlreiche Gabriele-Pauli-Köpfe bahnen. Schafft er es, landet er im Sylter Himmel, doch trifft er auf die ehemalige Fürther Landrätin, verliert er sein Leben.

Dieser Spielaufbau kommt natürlich nicht von ungefähr: „Politik von oben herab? Das ist Gabriele Pauli. Widerstand von unten? Das ist Daniel Köhler“ heißt es in der simplen Anleitung. In einem Wahlkampf-Rap-Song, der seit einigen Wochen im Netz kursiert, marschiert Köhler im schwarzen Anzug Sylt-Sekt-saufend über die Insel und singt Zeilen wie: „Sylt gehörte lang genug den Reichen, doch jetzt bin ich da, ein frischer Wind über den Deichen...“ Um den für einen Rap nötigen Sozial-Flair ins Video einzubauen, haben die Filmemacher sogar „das“ Sylter Hochhaus (in der Theodor-Heuss-Straße) eingebaut. Dass ansonsten auch in Gemeinden wie Kampen gedreht wurde, die nicht zur Großgemeinde Sylt gehören und für die Köhler als Bürgermeister also nicht zuständig wäre, muss man allerdings gnädig übersehen. In einem anderen Film sind Köhlers Kontakte zu den Sylter Bürgern festgehalten: In der Westerländer Fußgängerzone unterhält er sich mit den Insulanern über ihre hohen Mieten und mit einem Gemeindevertreter der Gemeinde Sylt über sein Wahlkampfmotto „Deiche statt Reiche“. Das hält der Kommunalpolitiker, dem sichtlich anzusehen ist, dass er nicht sicher ist, wie er diesen Kandidaten nun einordnen soll, nicht für überzeugend: „Damit kommen Sie hier nicht durch“, gibt er Köhler mit auf den Weg.

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