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Megastau auf Sylt : Damit sich das Chaos nicht wiederholt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach dem Megastau am Sonntag fordern Sylter Politiker Lösungen. Derweil wird ein weiterer Grund für das Chaos bekannt: RDC hatte ungenutzte Abfahrten nicht freigegeben.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 05:32 Uhr

„Jetzt ist es an der Zeit, zu handeln“, sagt Manfred Ueckermann aufgebracht. „Nach diesem Wochenende können wir uns doch nicht einfach sehenden Auges in die nächste Katastrophe begeben und behaupten, man könne da nichts machen“. Und die „nächste Katastrophe“ könnte schon am kommenden Wochenende eintreffen: Nachdem am vergangenen Sonntag in Westerland aufgrund von starkem Rückreiseverkehr und zwei Baustellen an neuralgischen Punkten in der Innenstadt ein totales Verkehrschaos herrschte (wir berichteten), stehen schon wieder viele tausend Urlauber in den Startlöchern, um das Pfingst-Wochenende auf der Insel zu verbringen. Ein ähnliches Szenario wie das am Sonntag ist damit vorprogrammiert, falls nicht noch eine schnelle Lösung gefunden wird. „Personal muss den Verkehr auf die Umleitungsstrecken koordinieren“, fordert Ueckermann, „und wenn es das nicht gibt, dann muss in dieser besonderen Situation das Land benachrichtigt und nach Einsatzkräften gefragt werden“.

Ein Aspekt, der am vergangenen Sonntag den Ablauf beim Abreiseverkehr zusätzlich verzögerte und damit Mitschuld an dem Megastau trägt: In der Zeit von 8.30 Uhr bis 10 Uhr sowie von 12.30 Uhr bis 14 Uhr verließ kein Syltshuttle den Westerländer Bahnhof in Richtung Festland. Konkurrent RDC hatte, anders als zu Ostern, seine bisher nicht genutzten Abfahrten um 9.40 Uhr und um 13.40 Uhr nicht für den Autozug der Deutschen Bahn freigegeben. Außerdem fahren seit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember jeweils eine halbe Stunde früher zwei Personenzüge der NOB. Im Ergebnis konnten an dem hoch belasteten Sonntag zwei Mal jeweils anderthalb Stunden überhaupt keine Autozüge fahren. Damit sich das Himmelfahrts-Desaster zu Pfingsten nicht wiederholt, will RDC seine beiden „relevanten Lagen“ – sprich Abfahrten zur Stoßzeit – dem Konkurrent Sylt Shuttle zur Verfügung stellen, so Sprecherin Meike Quentin. Nach Angaben der Deutschen Bahn sei dies jedoch bisher nicht bestätigt.

Zum bevorstehenden Chaos auf Westerlands Straßen äußerte sich auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard besorgt: „Wir haben hier eine Konstellation, die es so auf der Insel noch nicht gab. Zum einen ist da die Situation am Autozug, dann die Baustellen am Trift und der Lorens-de-Hahn-Straße und zusätzlich haben wir die Feiertage mit vielen Gästen vor uns. Das ist eine Situation, die mich derzeit sehr unzufrieden macht.“ Staus habe es zwar schon immer gegeben und werde es auch immer geben, sagt Schnittgard, „aber wenn es sich so darstellt, wie am vergangenen Wochenende, dann muss die Polizei eingreifen und tätig werden dürften“, so der Bürgervorsteher.

Marek Zelezny, Geschäftsführer der Energieversorgung Sylt (EVS), die die Baustellen im Westerländer Innenstadt betreibt, will sich dafür einsetzen, dass die „Baustellen weiter zügig voran kommen, selbst wenn dafür Sonderschichten eingelegt werden müssen. Es darf dort keinen Stillstand geben“.

Um ein Chaos von Vornherein zu vermeiden, hat die Sylt Marketing GmbH (SMG) 30    000 Infoflyer zu den Verkehrseinschränkungen und Umleitungen wegen der Sanierungsarbieten der Landesstraße 24 drucken lassen. Die Flyer wurden an alle Tourismus-Services der Insel, an Hotels und Vermieterbüros sowie an Tankstellen und Autovermietungen verteilt. Außerdem erhielten die Syltfähre und auch der DB-Autozug Sylt Shuttle einige Kontingente. Allerdings werden die Flyer an der Autoverladung in Niebüll nicht an die Autofahrer verteilt: „Dazu fehlt uns dort leider die Logistik“, sagte SMG-Assistentin Martina Horn. Die Infos liegen lediglich im Kiosk „Port Sylt“ aus, den allerdings immer weniger Reisende aufsuchen.

Bürgermeister Nikolas Häckel arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an einem Lösungsansatz. Wie dieser aussieht, soll heute bekanntgegeben werden.

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