Da isser!!!

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13. Juli 2013, 03:59 Uhr

"ENDLICH"- das ist eindeutig das meist benutzte Wort des vergangenen Wochenendes auf Sylt. ENDLICH ist er da, der Sommer. Wurde aber auch Zeit. Wirklich auf den letzten Drücker, mein Lieber! Ich war ehrlich gesagt schon ziemlich angesäuert. Anfang Juli und ich hatte weder im feinen weißen Sylter Sand gelegen, noch mich in die Nordsee gestürzt. Vergangenes Wochenende dann ENDLICH der Durchbruch: Premiere am Strand von Wenningstedt. Jippie!

Für mich ist auf Sylt schon der Weg zum beach das Ziel. Den Holzsteg hochkraxeln (und sich wieder einmal schwören, ab nächster Woche mehr Sport zu treiben...puh), den Duft der Heckenrosen am Wegesrand einatmen und dann verschwitzt wie einst Boxer Rocky Balboa da oben stehen und auf die Nordsee schauen. Mehr geht gaaaar nicht! All das habe ich übrigens bereits am Freitag erlebt, als noch nicht das perfekte Strandwetter war. Ein Blick auf meine Wetterapp verriet nämlich: ab Samstag ENDLICH Sonne pur und fast 20 Grad. Wow, 20 Grad. Da habe ich früher ausschließlich in langen Hosen das Haus verlassen. Heute empfinde ich 20 Grad beinahe als tropisch und gehe an den Strand. Man wird nach den vergangenen verkorksten "Sommern" echt bescheiden.

Also ab aufs Rad und gemütlich von Morsum nach Wenningstedt zum Strandkorbwärter strampeln, um einen Korb für die kommenden zwei Tage zu reservieren. Bloß kein Risiko eingehen, Samstagmorgens kein Körbchen mehr zu bekommen! Der Strandkorbwärter ist ein grauhaariger Mann, der aussieht, als wäre er jahrelang zur See gefahren. Er freut sich mindestens genauso wie ich über den bevorstehenden Sommer. "ENDLICH isser da", sagt er und lobt mich für meine vorausschauende, plietsche Buchung. Ich möchte den schönsten aller schönen Körbe. Ich bekomme ihn. Carsten und ich verbringen zwei wunderbare Tage am Strand. Wir starten morgens um 10 Uhr mit Kaffee und belegten Brötchen. Danach wird ausführlich die Inselpresse gelesen, um dann gegen Mittag das erste Beachball-Match zu starten und anschließend völlig erledigt in die Nordsee (hat gefrierbrandverdächtige 17 Grad, aber egal) zu hüpfen. ENDLICH!

Was für wundervolle und perfekte Sommer-Strandtage. ENDLICH! Die haben wir uns aber auch wirklich verdient, Insulaner sowie Urlauber. Noch wenige Tage zuvor erlebe ich (bei 15 Grad Lufttemperatur und einem Mix aus Sonne und Wolken) in der Friedrichstrasse innerhalb einer Stunde klamottentechnisch alle vier Jahreszeiten, inklusive Frost und hitzefrei. Während ein Mann in Jeans, schwarzer Daunenjacke und Wollschal (!) entlang flaniert, läuft eine Gruppe junger Mädels kichernd in Hotpants und Bikinioberteil vorbei. That´s Sylt! Ich kenne übrigens keinen anderen Ort auf der Welt, an dem man wie selbstverständlich Daunenjacken zu Shorts trägt - und das ab 10 Grad Außentemperatur.

Mein Beobachtungsposten ist mal wieder ein Café. Die Dame neben mir bestellt einen "Hugo". Welches leckere Getränk wird wohl in Hugos Fußstapfen treten? Wann gibt es ENDLICH ein neues Sommer-Getränk? Ich habe in einer Frauenzeitschrift gelesen, dass der saure Sanddorn den süßen Holunder ablösen soll. Sozusagen "tschüß, Hugo - moin moin, Summer of gold", so soll er nämlich heißen, der IN-Drink 2013. "Was darf ich bringen?", fragt die Kellnerin. Ich antworte mit fester und sicherer Stimme "Ich nehme einen "Summer of gold", das soll DAS Sommergetränk in diesem Jahr sein".

Sie: "Den Drink kenne ich noch gar nicht. Aber wenn Sie mir versprechen, dass damit der Sommer nach Sylt kommt, dann bekommen sie ihn beim nächsten Besuch serviert." Das war letzten Freitag. Ab Samstag schien die Sonne. Dieses Wochenende gehe ich wieder ins Cafe. Summer of gold. ENDLICH.

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

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