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Ende einer Ära : Christiana Lasch-Pittkowski: "In List sind wir an Abschiede gewöhnt"

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Das Amt wurde ihr angetragen, sie hat es sich gut überlegt, die neue Wirkungsstätte besichtigt, eine Probe-Predigt gehalten...zum 1. Oktober wechselt die Lister Pastorin Christiana Lasch-Pittkowski nach Schleswig.

List | Eigentlich wollte sie den Anrufer nur abwimmeln. Sagen, ich melde mich später und schnell an die Kochtöpfe zurückkehren. Aber nicht da, an einem Mittag im April brannte im Lister Pastorat das Essen an. Denn am Telefon war nicht irgendwer, den Christiana Lasch-Pittkowski einfach auf "in ungefähr einer Stunde" vertrösten mochte, sondern Bischof Dr. Hans-Christian Knuth persönlich.
Eine Stelle für sie, eine weitere für ihren Ehemann Wolfgang

"Er rief an, um zu fragen, ob ich mir vorstellen könnte, eine der drei Pastorenstellen am Schleswiger Dom zu übernehmen", berichtet sie. Eine Stelle für sie und eine weitere für Ehemann Wolfgang, mit dem sie sich seit gut 14 Jahren die Arbeit in der Lister Kirche teilt.

Schleswig! Eine große Gemeinde, ein Dom, viel Kirchenmusik… "Natürlich habe ich über diesem Angebot erstmal mein Essen auf dem Herd vergessen", lacht die Pastorin.
"Wir wollen nicht weiter Kollegen sein"

Zum 1. Oktober wird sie das neue Amt antreten, ihr Mann etwas später nachkommen: "Was er machen wird ist noch unklar, aber wir haben beschlossen, dass er die Stelle am Dom nicht annimmt, wir nach so vielen Jahren nicht mehr auch noch Kollegen sein wollen." Tochter Johanna bleibt auf Sylt ("In der 13. Klasse ist ein Schulwechsel nicht empfehlenswert") und ihre Schwester Rebecca geht zum Herbst sowieso ein Jahr nach Irland: "Danach kommt sie zu uns nach Schleswig."
"In List kommen keine neuen Leute mehr hinzu"

Also alles in trockenen Tüchern, eitel Sonnenschein? Die Pastorin schüttelt den Kopf: "Es war eine schwere Entscheidung, denn wir sind sehr gerne hier und dachten, wir würden hier bleiben." Ihre Stimme wird leiser: "Natürlich spielten die Veränderungen im Ort eine Rolle. An Abschiede sind wir in List gewöhnt, weil viele Bundeswehrangehörige nur ein paar Jahre hier waren, aber jetzt sind keine neuen Leute mehr dazu gekommen."

Überall, auf jedem Geburtstag, in jeder Gemeindegruppe, nach jedem Gottesdienst drehten sich die Gespräche darum, wer jetzt wieder wegziehen, sein Haus zugunsten von Ferienwohnungen räumen muss: "Das zermürbt." Genau wie die Sorge, dass die Entwicklung so weitergehen könnte. "Dann würde die Pfarrstelle gekürzt, wir müssten wegziehen." Und wer kann schon sagen, ob gerade dann auch ein Anruf vom Bischof käme?
"Ein guter Zeitpunkt für eine neue Aufgabe"

Also lieber jetzt: "Ich bin 50 Jahre alt, habe noch 15 Jahre zu arbeiten. Das ist ein guter Zeitraum für eine neue Aufgabe und in List kann ein neuer Kollege frischen Wind mitbringen, offen auf Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer zu gehen."

Wann der frische Wind kommt ist offen: "Es kann auch sein, dass mein Mann noch eine Weile hier bleibt."

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erstellt am 18.Jul.2008 | 09:47 Uhr

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