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Landtagswahl auf Sylt : CDU-Kandidat Liebing traf mit Prognose ins Schwarze

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Christdemokraten sind eindeutige Wahlsieger. Noch am Sonnabend hofften auch Sylter SPD, Grüne und SSW auf Fortsetzung ihrer Koalition.

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erstellt am 08.Mai.2017 | 11:20 Uhr

„Wir haben vor allem in der Schlussphase ordentlich zugelegt. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass es mit dem Regierungswechsel klappt“, sagte Ingbert Liebing, der Direktkandidat der CDU im Wahlkreis 1 Nordfriesland-Nord, nach seiner Stimmabgabe am Sonntag Mittag im Muasem Hüs. „Ich rechne mit einem sehr guten Ergebnis für meine Partei, aber auch für mich persönlich.“ Und damit sollte Liebing, kurze Zeit die Nummer Eins der Christdemokraten in Bundesland Schleswig-Holstein, genau richtig liegen. Nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen kommt die CDU auf 33,3 Prozent, die Sozialdemokraten liegen mit 26,5 Prozent deutlich abgeschlagen zurück. Das bedeutet: Die bisherige Koalition aus SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und dem SSW – der Partei der dänischen Minderheit – hat keine regierungsfähige Mehrheit mehr.

Wenig Chancen für seine neue Partei „Zukunft.SH“ und auch für sich selbst als Spitzenkandidat im Wahlkreis sah bereits am Sonntag Lasse Lorenzen. „Es wäre ja geradezu eine kleine friesische Revolution, wenn wir durchkämen. Wir wären landesweit schon glücklich mit einen Prozent, auch wegen der Parteienfinanzierung.“ Für Lorenzen ist die Landtagswahl eher Gelegenheit für ein „Stimmungsbild“ zur Kommunalwahl 2018. „Es wird sich zeigen, ob die Wähler uns als neuen Lokalpolitikern vertrauen.“

Den Blick ins kommende Wahljahr richtet ebenso Christian Thiessen: „Realistisch betrachtet wird es im Land für uns Piraten wohl nicht langen, als Direktkandidat hab ich ohnehin keine Chance.“ Seine Partei sei vor fünf Jahren mit dem Einzug ins Kieler Parlament „sozusagen von oben erfolgreich gewesen.“ Jetzt müsse man sich stärker auf kommunaler Ebene engagieren und so zeigen, warum Politik auch künftig Piraten braucht.

In den vergangenen Wochen war vom Landtagswahlkampf auf Sylt außer Plakaten an den Laternenmasten kaum etwas zu bemerken. Am Sonnabend aber kam doch noch eine Brise Wind in die Segel, nahmen einige politische Kutter im Schlussspurt zumindest ein klein wenig Fahrt auf. Auf dem Westerländer Wochenmarkt präsentierten sich für gut zwei Stunden allerdings nur vier der ohnehin etablierten Parteien: CDU, SPD, SSW und Grüne. Die FDP dagegen und kleinere neue Parteien wie Zukunft.SH oder LKR ließen sich im Getümmel zwischen Bratwurstbude, Biobauern und Fischverkäufern gar nicht blicken. Auch die Piraten glänzten durch Abwesenheit.

Nach außen hin ging es an den Politikständen vor allem um Präsenz und Symbolik: Während drei Parteien auf die Wirksamkeit der Flora setzen – die SPD mit dem Verteilen von roten Rosen, die CDU mit ebenfalls roter (!) Gerbera und die Grünen öko-korrekt mit Setzlingen der bedrohten Wegwarte als „Blume der Hoffnung“ – gestaltete es der SSW an seinem Stand eher rustikal-kulinarisch mit Smörrebröd und heißem Kaffee.

Inhaltlich bewegten sich die Gespräche der Parteivertreter mit zumeist bereits entschlossenen Inselwählern und neugierigen Urlaubern zwischen Hoffen und Bangen – je nach politischer Couleur. Spezifische Sylter Fragen spielten dabei kaum eine Rolle: „Kiel ist oft zu weit von unseren Themen“, beklagte Peter Schnittgard (CDU). „Nur durch massiven Druck konnten wir das Land zum Beispiel für unsere Probleme beim Bahnverkehr sensibilisieren.“ Und weil sich das Interesse der Marktbesucher eher in Grenzen hielt, besuchten sich die Sylter Politiker immer wieder untereinander an den Ständen. SPD, Grüne und SSW waren sich einig in der erforderlichen Fortsetzung der aus ihrer Sicht erfolgreichen Küstenkoalition. „Es wird sicher eine Zitterpartie für unsere Ampel“, sagte Maria Andresen von den Grünen. „Aber nur eine Legislaturperiode war zu kurz, um alles umzusetzen.“

Auch Mathias Lauritzen (SPD) fürchtete, „es könnte sehr eng werden – eine Entscheidung nur um Haaresbreite.“ Auf das Vertrauen seiner Wähler zur Koalition setzte der von der Fünf-Prozent-Hürde befreite SSW: „Wir haben ja viele Stammwähler. Jeder weiß, wofür wir stehen“, erklärte Peter Erichsen.

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