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Gemeinde Sylt : Carsten Kerkamm will nicht Bürgermeister werden

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Interview erklärt der Jurist, warum er nicht Petra Reibers Nachfolger werden will. Und Lars Schmidt (Inselliste Zukunft.Sylt) äußert sich zu Gerüchten um seine mögliche Kandidatur.

Nachdem Petra Reiber bereits vor über einem Jahr angekündigt hatte, nicht für eine fünfte Amtszeit zur Verfügung zu stehen, galt der selbstständige Westerländer Jurist und langjährige Stadt- und Gemeindevertreter Carsten Kerkamm (CDU) als aussichtsreicher Kandidat für den 2015 vakanten Job des hauptamtlicher Bürgermeisters der Gemeinde Sylt. In dieser Woche hat der 46-Jährige der Bürgermeisterin, seiner Partei, wie auch allen Fraktionsvorsitzenden mitgeteilt, dass er nicht kandidieren werde, wenn voraussichtlich schon Ende des Jahres die Bürger per Direktwahl entscheiden werden.

Herr Kerkamm, was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie nicht Bürgermeister werden wollen?

Ich bin mit Leib und Seele Anwalt und Notar, aber auch Politiker und stellvertretender Bürgermeister. Wäre der Posten ehrenamtlich, würde ich es sofort machen, da er jedoch hauptamtlich ist, müsste ich meine Kanzlei vollständig aufgeben und das möchte ich nicht. Die Entscheidung fiel quasi mit 51 zu 49 Prozent.

Mit dem Gedanken, Bürgermeister zu werden, haben Sie ja bereits mehrfach geliebäugelt, ohne je zu kandidieren. Was macht dieses Amt aus Ihrer Sicht so interessant?

Bürgermeister von Sylt zu sein ist etwas Besonderes. Ich käme nie auf die Idee, Bürgermeister einer anderer Kommune zu werden. Sylt ist meine Heimatinsel, mir macht die Arbeit im Rathaus Freude, ich komme mit der Politik gut klar und gestalte gerne. Auch als Chef der Verwaltung kann man erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde nehmen.

Welche Voraussetzungen müsste jemand mitbringen, um die Nachfolge von Petra Reiber antreten zu können?

Das Wichtigste ist: Er oder sie sollte es mit Überzeugung und Herzblut machen, mit Augenmaß und Gefühl für die Insel und die insularen Besonderheiten kennen. Natürlich ist auch die berufliche Qualifikation wichtig und Erfahrung in leitender Position. Bürgermeister der Gemeinde Sylt ist kein Job wie jeder andere.

Wird sich die CDU jetzt wieder wie 2009 auf Landesebene nach einem Kandidaten umgucken, den sie ins Rennen schicken kann, oder sehen Sie auf Sylt jemanden, der in Frage käme?

Ich hatte mir für meine eigene Entscheidung bewusst den Jahresbeginn als Termin gesetzt, damit für die Parteien noch genug Zeit bleibt. Ziel ist es, möglichst mit allen Fraktionen einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Bislang gibt es den allerdings noch nicht.

Wie fiel der Reaktion auf Ihre Nicht-Kandidatur aus?

Es hat mich die letzten Tage tief bewegt, wie groß offenbar der Rückhalt nicht nur in meiner eigenen Partei ist. Gerade auch in der Verwaltung haben viele mit sehr großer Enttäuschung reagiert.

Nachdem auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Sylt die Runde gemacht hatte, dass Carsten Kerkamm nicht als Bürgermeister zur Verfügung stehe, machte sofort das nächste Gerücht die Runde: Lars Schmidt, Mitbegründer der Wählergemeinschaft Inselliste Zukunft.Sylt habe dagegen sehr wohl Interesse daran, Verwaltungschef der Gemeinde Sylt zu werden. Ganz bestätigen wollte Schmidt selbst das nicht – die Wählergemeinschaft wolle eine Vorwahl veranstalteten, bei der jeder vorgeschlagen werden könne. Der Gewinner werde dann Bürgermeister-Kandidat. „Natürlich werde ich nicht Nein sagen, sollte ich vorgeschlagen oder gewählt werden“, sagte Schmidt.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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