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Sylter Rundschau

18. Oktober 2017 | 13:36 Uhr

Bundessprecher aus Braderup

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bundesfreiwilligendienstler André Querbach (26) engagiert sich für seine Mitstreiter

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2014 | 10:59 Uhr

Seit drei Jahren – seit der Abschaffung des Zivildienstes – gibt es in Deutschland den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Was bislang noch fehlte, war eine Schnittstelle zwischen den rund 49 200 Freiwilligen und den Einsatzstellen vor Ort sowie dem Ministerium.

Diese Aufgabe übernimmt jetzt unter anderem André Querbach, der seit Juli bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt eingesetzt ist. Zusammen mit sechs anderen frisch gewählten Bundessprechern und sieben Stellvertretern setzt sich der 26-Jährige in Zukunft für die Belange der BFDler ein. „Neulich hat sich zum Beispiel eine junge Frau bei mir gemeldet, die mit ihrer Stelle unglücklich ist und diese gerne außerhalb der üblichen Kündigungsfrist verlassen würde“, erzählt Querbach. Er hat sie zunächst einmal an eine zuständige Hotline weiterempfohlen und ihr geraten, sich direkt an ihre Einsatzstelle zu wenden. „Erst wenn es dann weitere Probleme gibt, schalten wir Sprecher uns ein.“ Für den gebürtigen Soester ist die Arbeit als Bundessprecher echte Pionierarbeit. „Wir wollen etwas aufbauen, woran zukünftige Generationen anknüpfen können. Das Thema ist unglaublich komplex, weil es so viele Freiwillige in allen Teilen Deutschlands und in den unterschiedlichsten Sparten gibt.“

Enttäuscht war Querbach von der geringen Beteiligung bei der Bundessprecher-Wahl. „Es hat vielleicht ein Prozent mitgemacht, das muss sich ändern, damit sich in Zukunft auch wirklich alle repräsentiert fühlen.“ André Querbach beispielsweise ist bei den BFDlern an der Wattenmeerküste bekannt. „Aber das ist sehr regional, und ich habe natürlich keine Ahnung, was für Probleme diejenigen haben, die sich etwa in einem Krankenhaus engagieren.“

Querbach hat sich nach seinem Biologie-Studium in Frankfurt für das Jahr im BFD entschieden. „Mir war es wichtig, etwas zurückzugeben. Bei Exkursionen nach Südamerika und Asien habe ich gesehen, wie extrem die Unterschiede zwischen arm und reich sein können.“ Um so mehr freut er sich darüber, dass er eine Stelle gefunden hat, die mit seinem Studium zusammenhängt und die auch noch auf Sylt ist. „Ich liebe das Meer und ich liebe es, in der Natur zu sein“, erklärt Querbach. Deshalb genieße er auch die Arbeit im Naturschutzzentrum Braderup, wo die vier BFDler Führungen durchführen und die Naturschutzgebiete Braderuper Heide und Morsum-Kliff betreuen. Ohne den BFD hätte es das Naturschutzzentrum – wie viele andere Vereine und soziale Einrichtungen in ganz Deutschland – sehr schwer, seine Angebote aufrecht zu erhalten. Schließlich müssen die weggefallenen Zivildienststellen irgendwie aufgefangen werden.

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