Zum Jahresbeginn : Bürgertreff bei Bier und Wein

Aufmerksam lauschten die Besucher auf den Rathausfluren den Reden der beiden Gastgeber.
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Aufmerksam lauschten die Besucher auf den Rathausfluren den Reden der beiden Gastgeber.

19. Neujahrsempfang der Gemeinde Sylt lockte rund 300 Gäste ins Westerländer Rathaus

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13. Januar 2018, 04:43 Uhr

Ein volles Haus, ein gut bestücktes Büffet, eine große Getränkeauswahl und ein flinker Service – beste Voraussetzungen für einen gelungenen Neujahrsempfang. Sogar Bier und Wein gab es kostenlos im Ausschank – so spendabel war die Gemeinde bei der Morsumer Seniorenweihnacht nicht. „Ein Fehler“, gestand Nikolas Häckel ein. Und versprach mit einem Augenzwinkern: „Das wird im nächsten Jahr nicht mehr passieren.“

Rund 300 Gäste strömten am Donnerstagabend ins Westerländer Rathaus, schüttelten dem Bürgervorsteher und dem Bürgermeister die Hand und führten angeregte Gespräche. Gemeindevertreter und Verwaltungskräfte sorgten für das Wohl der Gäste, nahmen ihnen an der Garderobe die Bekleidung ab, schenkten Getränke aus und sammelten die leeren Gläser wieder ein. Im großen Sitzungssaal hatten die Mitarbeiter von Ledel’s Restaurant aus Hörnum ein deftiges Büffet vorbereitet – mit Wiener Würstchen, Frikadellen, Broten und Salaten.

Bestens gelaunt zeigten sich die beiden Gastgeber in ihren Begrüßungsreden. Bürgermeister Häckel hatte sein umfangreiches Manuskript kurzerhand beiseite gelegt. Statt vieler Stichworte zeigte Häckel auf, was für ihn auf Sylt den Unterschied macht: „Wir achten auf uns, wir packen an, wo es not tut, und wir stehen zusammen.“ Einen Dank richtete Häckel an die Ehrenamtler in der Gemeinde, an Vereine und Verbände – „an alle, die sich für die Gesellschaft stark machen.“ Häckels Einschätzung: „Uns geht es miteinander wirklich sehr, sehr gut.“

Der Bürgermeister lobte die Zusammenarbeit im Rathaus und in der Politik. Natürlich passierten auch mal Fehler, wie der fehlende Wein bei der Weihnachtsfeier. „Aber das sind kleine Fauxpas, die leider geschehen, wenn Menschen am Werke sind.“ Wichtig sei es, die großen Ziele im Auge zu behalten.

Im vergangenen Jahr seien viele Aufgaben gut bewältigt worden. Bei vielen großen Themen sei versucht worden, die Bürger mitzunehmen, sie zu informieren und einzubinden – zum Beispiel im Rahmen von „Keitum im Dialog“ oder bei der Diskussion über das StOV-Gelände. „Leider war die Resonanz oftmals noch nicht so stark.“ Häckels Wunsch für das neue Jahr: „Das Motto ‚Mitmachen statt meckern‘ würde uns ganz weit nach vorne bringen.“

Einen Dank richtete der Bürgermeister auch an die vielen Helfer, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs beitrugen. Stellvertretend für alle überreichte er einen Blumenstrauß an Nina Wedell, für die die Organisation des Empfangs eine Premiere war.

Den 19. Neujahrsempfang der Gemeinde Sylt nahm auch Bürgervorsteher Peter Schnittgard zum Anlass, allen zu danken, die die Gemeinde am Laufen halten. Alle – von der Kita über die Schulen und die Kirchen bis zu den Pflegeeinrichtungen – hätten wieder hervorragende Arbeit geleistet, um gemeinsam die Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge zu gestalten. „Das Juwel für die Lebensqualität auf Sylt sind unsere Vereine und Verbände“, meinte Schnittgard. Daher sei es selbstverständlich, dass in der Kommunalpolitik um deren finanzielle Unterstützung nicht gestritten wird.

Als Vorsitzender der Gemeindevertretung richtete Schnittgard auch einen Dank an die Rathaus-Mitarbeiter für ihre konstruktive und kompetente Unterstützung. Die Gemeindevertreter hätten 2017 bei neun Sitzungen 193 Tagesordnungspunkte abgehakt, die Fachausschüsse und Ortsbeiräte seien zu über 100 Sitzungen zusammengekommen. „Ich bin dankbar, dass diese Arbeit von unseren Gemeindevertretern geleistet wird.“

Die finanzielle Situation der Gemeinde sei ausgewogen, erklärte der Bürgervorsteher. Auf den 275 Seiten der Haushaltssatzung sei „klar erkennbar, dass es uns so schlecht nicht geht, um es vorsichtig auszudrücken.“ Zu den größten Brocken für 2018 gehörten neue Feuerwehrfahrzeuge für 340 000 Euro, der Ausbau der Dr.-Ross-Straße für 1,3 Millionen Euro, die Linksabbiegespur in Rantum für 100 000 Euro und eine neue Fahrradabstellanlage am Bahnhof für 200 000 Euro. Für den Rathausumbau sind zunächst 900 000 Euro eingeplant. Der Wohnungsbau sei beim KLM in guten Händen; 2018 wachse der Bestand in Westerland und Tinnum um über 100 Wohnungen – „und auch in Morsum, Archsum, Rantum und Keitum gibt es dafür positive Perspektiven.“ Es müssten alle Register gezogen werden, damit auch für die Lebensqualität der nächsten Generationen gesorgt sei. Doch zunächst sorgten Schnittgard und Häckel für die Lebensqualität der Gäste – und eröffneten das Büffet.

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