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Entscheidung über Wahlvorschläge : Bürgermeisterwahl auf Sylt: Das sind die sechs Kandidaten

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Ein Einheimischer? Eine Bayerin? Ein Rückkehrer? Es gibt einige Optionen für den Sylter Wähler, wenn er im Dezember für einen neuen Bürgermeister votieren soll. Die Entscheidung, wer kandidieren darf, fällt am Freitag.

Westerland | Nächster Schritt bei der Bürgermeisterwahl für die Gemeinde Sylt: Am Freitagabend entscheidet der Gemeindewahlausschuss über die Zulassung von Wahlvorschlägen. Bis zum vergangenen Montag mussten die Vorschläge eingereicht werden.

Gesucht wird ein Nachfolger für Amtsinhaberin Petra Reiber, die nach insgesamt fast 25 Jahren als Bürgermeisterin nicht mehr antritt. Für die größte Aufmerksamkeit hat die Kandidatur der früheren Fürther Landrätin und einstigen „CSU-Rebellin“ Gabriele Pauli gesorgt, die als Parteilose antritt. Die 57-Jährige hatte sich bei einer Vorstellung ihres Buches „Die rote Rebellin“ im August erstmals auf einer Veranstaltung den Syltern präsentiert. „Sylt ist paradiesisch“, hatte sie da geschwärmt. „Wer sich hier verliebt hat, der bleibt.“

Gabriele Pauli will Bürgermeisterin auf Sylt werden.
Der prominenteste Kandidat: Gabriele Pauli. Foto: dpa
 

Offenbar hat sie sich verliebt: Nach der Bekanntgabe ihrer Entscheidung für eine Kandidatur war sie auf dem sogenannten Hausfrauenmarkt direkt vor dem Rathaus in Westerland erfolgreich auf Stimmenfang gegangen - als parteilose, unabhängige Bewerberin brauchte sie zunächst die Unterschriften von 135 Wahlberechtigen aus der Gemeinde Sylt. „Die hat Erfahrung“, sagte damals ein Standbetreiber, schließlich sei sie viele Jahre lang Landrätin gewesen. „Die ist gut für uns.“ Andere wiederum bemängelten, als Ortsfremde sei Pauli nicht die Richtige.

Die einzige Bewerberin vom Festland ist sie aber nicht. Die Sylter Wählergemeinschaft etwa hat mit Nikolas Häckel den Leiter des Bauamtes in Kronshagen bei Kiel als Kandidaten aufgestellt. Unterstützt wird er von SWG, SPD und SSW. Häckel möchte das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung verbessern. Zudem sieht Häckel bei der Infrastruktur Handlungsbedarf.

Nikolas Häckel vor dem Rathaus der Gemeinde Sylt.
Nikolas Häckel vor dem Rathaus der Gemeinde Sylt. Foto: Reußner
 

Häckel stammt aber immerhin ursprünglich von der Insel, anders als der unabhängige Bewerber Robert Wagner aus Aachen (Nordrhein-Westfalen), der als Bürgermeister „ansprechbar, erlebbar und nah am Menschen“ sein will.  Er sieht seine Stärken im Leiten von Verwaltungen und in der Nähe zum Bürger. Sollte Wagner zum Bürgermeister gewählt werden, wolle er eine Bürgersprechstunde einführen.

Robert Wagner.
Robert Wagner kommt aus Aachen. Foto: frr
 

Aus Köln kommt der Polizeihauptkommissar Markus Ballentin, der auf seiner Facebookseite unter anderem für eine Modernisierung der Verwaltung eintritt. Weitere Schwerpunkthemen sieht er bei dem „Erhalt der Geburtenstation“, bei „bezahlbarem Wohnraum für alle Sylter“, beim „gesunden Tourismus“sowie beim „besseren Katatrophen- und Inselschutz“.

Markus Ballentin sammelt Unterschriften als unabhängiger Bürgermeisterkandidat .   
Markus Ballentin will sich bei einem Wahlsieg für eine moderne Verwaltung einsetzen.
 

Die CDU dagegen setzt auf einen Einheimischen und lobt: „Bernd Reinartz ist ein parteiloser Kandidat aus der Mitte der Sylter Gesellschaft.“  Reinartz will im Falle eines Wahlsieges die Verwaltungsstrukturen überarbeiten. „Ich denke, dass eine Zentralisierung der Verwaltung erforderlich ist, denn die räumliche Distanz der einzelnen Abteilungen ist nicht gut."

Bernd Reinartz wird von der Sylter CDU unterstützt.
Bernd Reinartz wird von der Sylter CDU unterstützt. Foto: Pierre Boom
 

Der Sylter Lars Schmidt aus Morsum tritt als unabhängiger Kandidat an, obwohl er der Wählergemeinschaft Inselliste zukunft.sylt angehört. „Ich bin auch kein Kandidat einer einzelnen Partei, sondern ein Kandidat für alle auf der Insel", sagt er. Schmidt hat passend zu seiner Bewerbung gleich ein Buch herausgebracht, mit dem er „hinter die scheinbar heile Fassade des beliebten Urlaubsziels“ blicken will.

Lars Schmidt will Bürgermeister werden und als Nachfolger von Petra Reiber ins Westerländer Rathaus einziehen.
Lars Schmidt aus Morsum tritt als unabhängiger Kandidat an. Foto: Pierre Boom
 

Ob die Sylter eher einem Insulaner oder doch einem Zugereisten das Vertrauen schenken, wird sich bei der Wahl am 14. Dezember zeigen.

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erstellt am 31.Okt.2014 | 17:19 Uhr

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