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Konflikt um Halle 28 : Bürgermeisterin Reiber legt Widerspruch gegen Abriss der Halle 28 ein

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Fliegerhorst-Gelände: Bürgermeisterin Reiber erklärt den Abriss-Beschluss für rechtswidrig.

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 05:30 Uhr

Es schien ganz klar: Vergangene Woche beschloss die Gemeindevertretung Sylt, dass bis zum Frühjahr 2018 sämtliche Gebäude auf dem Fliegerhorstgelände abgerissen werden müssen. Doch gegen diesen von SPD, SSW, SWG und Grünen durchgesetzten Beschluss wehrt sich nun Bürgermeisterin Petra Reiber. Sie legt gegen den Beschluss Widerspruch ein. Begründung: Wenn es die Halle 28 nicht mehr gibt, könne sie ihrer Verpflichtung zur Gefahrenabwehr nicht mehr nachkommen. Was bei einem Widerspruch der Bürgermeisterin geschieht, legt die Gemeindeordnung fest (siehe Infokasten). Nun muss die Gemeindevertretung über das Thema „Abriss Fliegerhorst“ neu entscheiden. Sollten die Gemeindevertreter weiterhin bei der Auffassung bleiben, dass sie die Gebäude auf dem Fliegerhorstgelände abreißen lassen will, muss der Streit notfalls vor dem Verwaltungsgericht geklärt werden.

Die CDU-Fraktion, die sich wie die Bürgermeisterin für den Erhalt der Halle einsetzt, begrüßt den aktuellen Vorstoß der Bürgermeisterin ausdrücklich.

Dass der Beschluss aus ihrer Sicht rechtswidrig sei, hatte Reiber schon während der emotionalen Debatte während der Gemeindevertretersitzung betont. In einem ausführlichen Schreiben an Bürgervorsteher Peter Schnittgard erklärt sie nun, wie sie zu dieser Auffassung kommt. Kernsatz: „Der Beschluss behindert die Ordnungsbehörde im Vollzug der Gefahrenabwehr bei Großschadenslagen“. Da das DRK nicht über genügend Personal verfüge, um dezentral, also beispielsweise in Schulen, zu evakuieren, und es momentan keine Alternative zur die Halle 28 gebe, würde ein Abriss bedeuten, „dass eine Evakuierung von Menschen in größerer Anzahl bei Brand- oder Sturmschäden unmöglich wird.“ Auch die Möglichkeit, Menschen notfalls in Hotels oder ähnlichem unterzubringen, gebe es zumindest während der Hauptsaison nicht.

Allerdings hatten auch die Abriss-Befürworter in der Gemeindevertretersitzung deutlich betont, dass auch aus ihrer Sicht erst eine Alternative vorhanden sein muss, bevor die Halle 28 abgerissen werden kann (wir berichteten). Nachdem die Bürgermeisterin nun Widerspruch eingelegt hat, kann auf dem Gelände ohnehin erst einmal gar nichts geschehen.


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