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Im Dialog : Bürgermeister besucht Sylter Schulklasse

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nikolas Häckel besuchte den Politikunterricht der Klasse 8g des Sylter Gymnasiums / Viele Fragen und viele Antworten zu Problemen, die allen Insulanern auf den Nägeln brennen

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 11:18 Uhr

Die Wirtschafts- und Politiklehrerin Anna Raspé vom Schulzentrum Sylt hatte gestern Vormittag Bürgermeister Nikolas Häckel in ihre Stunde mit der Klasse 8g eingeladen. Die Idee kam Raspé während einer Schulkonferenz, bei der sie zufällig neben Häckel saß. Ihr geht es darum, die Schüler zu motivieren und ein gutes Politikbewusstsein zu schaffen. „Wenn die Schüler früh mitbekommen, dass Politik nicht weit weg in Berlin gemacht wird, sondern direkt vor ihrer Haustür stattfindet, lässt sich Politikverdrossenheit am ehesten vorbeugen“, so die 36-Jährige. Dem Bürgermeister wiederum geht es vor allem darum, mit den Schülern in den Dialog zu kommen – zu erfahren, welche Probleme die Jugendlichen bewegen.

Ganz direkt fragte die Klasse zu Beginn, wen der Bürgermeister denn bei der kürzlichen Landtagswahl gewählt habe. Anhand dieser Frage beschrieb Häckel den Grundsatz der geheimen Wahlen und erklärte gleichzeitig seine Position als parteiloser Kandidat. Für ihn sei es sehr wertvoll, überparteilich arbeiten zu können, weswegen er nicht offen legen wolle, welche Partei er gewählt habe, so der 43-Jährige.

Anschließend möchte die 14-jährige Antonia wissen, ob sich Häckel dafür einsetzen kann, dass die Schule neue Schulbücher bekommt. Eifrig holen gleich mehrere Schüler ihre Bücher aus den Rucksäcken, um zu demonstrieren, dass Buchrücken fehlen und Seiten lose sind. Dazu erläutert Häckel, dass die Schule ein Schulbudget hat. Auf die erneute Nachfrage, wohin dieses Geld dann fließe, antwortet er, dass dies die Schulleitung entscheide. Anna Raspé ergänzt in diesem Zusammenhang, dass man an diesem Beispiel gut sehen kann, wie man politisch agieren kann. Die nächste Stufe über den Schülern sei die Schülervertretung, an diese sollen die Schüler ihre Fragen weitergeben, um eine Antwort zu erhalten oder sogar etwas zu verändern. Dabei sollen sie vor allem daran denken, dass die Schülervertretung innerhalb der Schulkonferenz mit der Elternvertretung gemeinsam eine Zweidrittelmehrheit hat. „Genau das sind die Wege, mit der man innerhalb einer Demokratie etwas bewegen kann“, betonte Nikolas Häckel.

Außer für solche schulspezifischen Dinge interessieren sich die Schüler für die Fragen, um die sich auch Häckels realer Alltag dreht. Die Wohnungsnot wurde beispielsweise in Bezug auf die Sylter Lehrer angesprochen, die häufig pendeln müssten, weil viel Wohnraum durch Ferien- und Zweitwohnungen besetzt wäre. Der Bürgermeister berichtete dazu, dies sei ein schon sehr lang bestehendes Problem, an dem man aber dran sei. Die Gemeinde Sylt habe sich dafür sogar auf Bundesebene eingesetzt, um das bestehende Baurecht zu verändern, so Häckel.

Auch die Sylter Infrastruktur bewegt die Schüler. Es werden Fragen gestellt zu den Busverbindungen, den Straßenbauarbeiten, aber auch generell zum Thema Anreise nach Sylt. Der 14-jährige Claas fragt beispielsweise, wieso der Hindenburgdamm nicht einfach als Straße ausgebaut werden kann. Häckel erklärt dazu, dass der Damm und die Sperrflächen daneben Eigentum der Deutschen Bahn seien und diese die Strecke niemals freiwillig verkaufen würde, weil sie viel Geld einbringe. Auch werden verschiedene Ideen durch gespielt, wie die Anzahl der Pkw auf der Insel reduziert werden könnte. Sei es durch einen stärkeren Fährbetrieb oder Fahrzeugkontingente. Häckel geht bereitwillig auf alle Ideen ein und erläutert, welche Probleme sie mit sich bringen. Die Schüler hatten noch viele Fragen an Bürgermeister Häckel, doch nach einer Stunde unterbrach der Gong jäh das interessante Gespräch.

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