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Leerstand auf Sylt : Bürger protestieren vor ehemaligem Polizeihaus

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Keitumer organisierten gestern ein Kaffee-Trinken und machten damit auf den Leerstand des ehemaligen Polizeihauses aufmerksam.

Unter dem Motto „Schluss mit Lustig – 1 000 Tage sind genug“ trafen sich gestern Nachmittag zahlreiche Keitumer Bürger und Sylter Lokalpolitiker zu einem „spontanen Kreativ-Picknick“ vor dem ehemaligen Polizeihaus in der Munkmarscher Chaussee 33. Seit fast drei Jahren steht das gut erhaltene landeseigene Zweifamilienhaus bereits leer – das sei eine regelrechte Schande, meinte Roland Klockenhoff (Bündnis 90/Grüne), einer der Organisatoren der Protestaktion. „Überall auf der Insel fehlt es an Wohnraum, hier aber genügen Hammer, Nägel, einige Eimer Farbe und schon könnten Familien einziehen!“

Doch Grundstück und Gebäude sind in die Mühlen unterschiedlicher Interessen geraten: Im vergangenen Juni hieß es von der Landesregierung, die Liegenschaft in das Projekt „Bezahlbares Wohnen auf der Insel Sylt“ einbringen zu wollen. Laut Auskunft des Innenministeriums auf eine Anfrage der Piratenpartei wohnen von 49 Angehörigen der Inselpolizei derzeit 27 Personen auf dem Festland. Auch mehr als ein Viertel aller auf Sylt beschäftigten Lehrkräfte pendeln über den Hindenburgdamm. Mit dem Projekt will das Land Beschäftigten der Daseinsvorsorge, insbesondere Landesbediensteten, langfristig bezahlbaren Wohnraum ermöglichen. An diesem Konzept werde mit der Gemeinde Sylt weiter gearbeitet, sagte Innenminister Andreas Breitner (SPD) am Mittwoch. Allerdings werde das Polizeihaus „nicht zwingend“ als Dauerwohnraum genutzt, sollten sich Land und Gemeinde einigen, so Breitner weiter. „Wir brauchen eine erkleckliche Anzahl an Wohnungen, da ist dieses Grundstück allein nicht der Schlüssel zum Erfolg. Es muss ein Gesamtpaket geben, das auch für das Land tragbar ist.“

Einen solchen „finanziellen Kuhhandel zwischen Kiel und Sylt“, so Klockenhoff, wollen die Keitumer unbedingt verhindern. „Das Polizeihaus muss langfristig als Dauerwohnraum für Insulaner erhalten bleiben.“ Dass die Liegenschaft Bestandteil einer komplexen Paketlösung sei, bestätigte Bürgermeisterin Petra Reiber auf der letzten Ortsbeiratssitzung. Allerdings habe die Verwaltung lange nichts vom Land gehört: „Die Not scheint also doch nicht so groß, dass es verkauft werden muss.“ Doch zumindest befristet hätte das Haus längst vermietet werden können, als Dauerwohnraum für Sylter oder als Unterkunft für Asylbewerber. „Daran halten wir fest – vor allem, weil der Zustand der Wohnungen so gut ist und sie umgehend nutzbar wären“, sagte Reiber, die nun auf einen neuen Termin mit Innen- und Finanzministerium im Sommer hofft. So lange will die Insel-SPD nicht warten: „Bereits am 14. Mai fahren wir gemeinsam mit Kreistagspolitikern nach Kiel“, betonte der Vorsitzende Eberhard Eberle, „um in Sachen landeseigener Liegenschaften auf Sylt endlich Bewegung reinzubringen!“




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erstellt am 02.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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