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Zornige Anwohner : Bürger-Frust an der Westerländer „Rennstrecke“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zu laut: Anwohner der Lorens-De-Hahn-Straße protestieren gegen Verkehrslärm und beklagen, dass die “Raser“ ihnen die Gäste vertreiben.

Vermieter Dieter Moews ist sauer: Seit zehn Jahren führt er das Haus Silbermöwe in der Lorens-De-Hahn-Straße 19. Doch vor vier Jahren begann das Geschäft mit den Ferienwohnungen in seinem weitläufigen Haus nicht mehr so zu laufen, wie er es sich vorstellt: „Wir haben nahezu 50 Prozent unserer Gäste verloren.“ Für die satten Einbußen hat der 70-Jährige eine einfache Erklärung: „Der Verkehr auf der Lorens-De-Hahn-Straße ist mittlerweile so laut, dass die Gäste sich hier nicht mehr entspannen können – sie bleiben einfach weg.“ Grund für den störenden Lautstärkepegel seien „grober Straßenbelag, Bodenwellen und falsch gesetzte Gullys, die in Kombination mit hohen Geschwindigkeiten viel Lärm erzeugen“. Auch Anlieger Hanns-Michael Haldy beklagt die Lautstärke des Verkehrs: „Was spricht denn hier gegen ein Tempolimit oder dass auch mal Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden?“

Der Zorn der Anwohner schwelt schon länger: Bereits im Jahr 2012 hatten sich 50 Lärmgegner mit einer Unterschriftenaktion an Bürgermeisterin Petra Reiber gewandt und um eine Sanierung der Landesstraße gebeten. „Wir haben nie eine Rückmeldung bekommen“, sagt Dieter Moews.

Auf Anfrage der Sylter Rundschau gab es gestern aus der Verwaltung keine Rückmeldung zu dem Thema. Klar ist jedoch, dass die hohen Geschwindigkeiten in der Norderstraße wie auch der Lorens-De-Hahn-Straße bereits im vergangenen Jahr Thema im Westerländer Ortsbeirat gewesen sind. Im Kampf gegen die Raser, dachten Politiker und Tiefbauamt damals über den kombinierten Einsatz von Geschwindigkeitsanlagen und Ampeln nach. Die Idee scheiterte schließlich an Bedenken des Kreises. Tempomessung und automatischem Rotlicht für Temposünder waren als Lösung aus dem Rennen.

Und so leiden die Anwohner bis heute unter der „Rennstrecke im Ort“. „Besonders schlimm sind die Laster, die mit hoher Geschwindigkeit über die abgesenkten Gullideckel knallen – da sitzt man senkrecht im Bett“, berichtet Anwohnerin Bettina Auselt. Auch ihre 15-jährige Tochter Claire fühlt sich gestört: „Mit offenem Fenster kann ich kaum noch schlafen, besonders in der Hochsaison.“


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erstellt am 30.Aug.2013 | 05:00 Uhr

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