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Sylter Rundschau

20. August 2017 | 13:42 Uhr

Bühnen-Crash mit Konsequenzen

vom

Veranstalter der Sailing Week trifft keine Schuld / Ordnungsamt prüft jetzt neue Vorgaben für Events auf der Promenade

Westerland | Mehrere hundert Kilo schwere Eisenstangen mit Zeltplane verloren am Sonntag die Bodenhaftung und lösten (wie gestern berichtet) zum Abschluss des zweiten Wettkampftages der Sylt Sailing Week einen Einsatz der Westerländer Feuerwehr aus: Eine Sturmbö aus Südwest wurde einer mobilen Bühne am Ende der Promenade zum Verhängnis und kippte die sperrige Konstruktion einfach um. Die alarmierten Einsatzkräfte rückten um 18.15 Uhr an, um die Bühne zu sichern. Doch die rund acht Windstärken hatten ihre Spuren am Material hinterlassen: "Wir haben die beschädigte Bühne wieder aufstellen können. Allerdings war sie so kaputt, dass sie noch am selben Abend vom Veranstalter wieder abgebaut werden musste", berichtete gestern Westerlands Wehrführer Jörg Elias. "So etwas hat es hier bisher nicht gegeben."

Auch wenn bei dem Unfall niemand verletzt wurde, saß der Schrecken bei den Organisatoren der Sailing Week auch am Montag noch tief: "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie die Bühne abhob, das war schon ein kleiner Schock", berichtete Pressesprecher Jens Hannemann. In einer ersten Reaktion gaben die Macher des Segel-Events bekannt, in Zukunft keine Bühne mehr auf der Kurpromenade aufstellen zu wollen. Auch wenn die Konstruktion formal allen Anforderungen entsprochen habe. "Im Vorfeld hat keiner einen Fehler gemacht - die Bühne ist ordnungsgemäß genehmigt worden", unterstrich Hannemann. An diesem Punkt bekommen die Veranstalter Rückendeckung aus dem Ordnungsamt. "Bauordnungsrechtlich musste die Bühne nicht abgenommen werden und gesetzlich wurden die Anforderungen erfüllt", bestätigte Ordnungsamtleiterin Gabriele Gotthardt. Die Organisatoren treffe damit keine Schuld. Vielmehr vermutet Jens Hannemann einen technischen Defekt: "Eigentlich hätte sich auf der Rückwand der Plane automatisch ein Reißverschluss öffnen sollen, um dem Wind die Kraft zu nehmen - das hat nicht funktioniert." Auch seien die Veranstalter gewarnt gewesen: "Wir bekommen detaillierte Wetterberichte und so wussten wir ab 16 Uhr, dass dort etwas aufzieht." Entsprechend seien auch die Caterer und Aussteller auf der Kurpromenade vor dem Wetter gewarnt worden.

Für die beteiligten Einsatzkräfte, Veranstalter und das Ordnungsamt, die bereits gestern über Konsequenzen berieten, bleibt nach dem Unfall die Erkenntnis, dass die gesetzlichen Vorgaben dem Sylter Wetter nicht immer gewachsen sind: "Wir werden daraus lernen und die Anforderungen an die Veranstalter anpassen", versicherte Gabriele Gotthard.

Einen positiven Nebeneffekt habe der Einsatz jedoch gehabt, so die Leiterin des Ordnungsamtes: "Die Alarmierung der Einsatzkräfte hat reibungslos funktioniert."

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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