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Ausstellung : Buchholtz wird in Kampen gewürdigt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Unter dem Titel „Brutto-Sozial-Fux“ werden ab Sonnabend im Kaamp Hüs Werke des 2011 verstorbenen Künstlers Anatol Buchholtz ausgestellt.

Er war einer der großen Künstler Kampens: Der im November 2011 verstorbene Architekt und Bildhauer Anatol Buchholtz. Nun wird in der Galerie des Kaamp Hüs in Kampen ab kommenden Sonnabend zum ersten Mal nach seinem Tod eine umfangreiche Auswahl des 1927 geborenen Künstlers gezeigt.

Zu sehen sind bis zum 6. Dezember diesen Jahres Skulpturen, Fragmente, architektonische Arbeiten und Zeichnungen dieses außergewöhnlichen Grenzgängers, dessen gesellschaftlich-politisches Engagement auch die Existenz der bildenden Künste zu sichern suchte. Die Kunst von Anatol Buchholtz legt Wert auf formale Geschlossenheit. Der Künstler entwickelte seine plastische Sprache von der Körperarchitektur her. Seine eigenständige Leistung ist ohne Zweifel die Tierfigur, bei der er unter Verzicht auf detaillierte Darstellung und gelegentlich bis in die Abstraktion reichende Erfassung des Körpervolumens die individuelle Erscheinungsform versteht und zu einer allgemeingültigen Aussage über das einzigartige Wesen jeder Kreatur kommt.

Die in dieser Ausstellung präsentierten Arbeiten machen ein ebenso überraschendes wie beeindruckendes Panorama sichtbar: Bereits Vertrautes korrespondiert mit unbekannten Werken und solchen, die es wieder zu entdecken gilt. Buchholtz selbst zum Thema Kunst: „Kunst muss nicht immer diesen Ewigkeitsanspruch haben. Der Künstler hat in der demokratischen Gesellschaft eine dienende wie auch emanzipatorische Position einzunehmen.“ In seinen Werken setzte er sich auch mit Umweltproblemen auseinander, indem er beispielsweise angespülten Zivilisationsmüll künstlerisch verarbeitete.

Der Titel der aktuellen Ausstellung , „Brutto-Sozial-Fux“, stellt einen Bezug zu der im Himalaja-Königreich Bhutan gelebten Staatsphilosophie des Brutto-Sozial-Glückes her. Der „Brutto-Sozial-Fux“ im Sinne von Anatol Buchholtz weist eben in diese Richtung. Für Buchholtz war das geistige Wohlergehen unter Bewahrung kultureller Identität für den Einzelnen sowie die nachhaltige künstlerische Entwicklung in unserer Gesellschaft von überragengender Bedeutung, was in seiner noch zu Lebzeiten gegründeten „Stiftung für bildende Kunst und Baukultur Fux“ zum Ausdruck kommt.

Als Begleitveranstaltung zur Ausstellung findet nun jeden Dienstag und Freitag jeweils um 10 Uhr eine Führung durch das ehemalige Wohnhaus und Atelier des Bildhauers, den „Fuchsbau“ in Kampen, Möwenweg 2, mit dem Künstler Thomas Landt statt (bis 8.11., oder nach Vereinbarung) .Der bei seinem Tode 84-Jährige lebte allein mit seinen beiden Windhunden in dem hinter Bäumen und Büschen verborgenen Haus, das er 1958 zusammen mit seiner zwei Jahre zuvor verstorbenen Frau Gertraude gebaut hatte und selber „Fuchsbau“ nannte. Buchholtz, der im ehemaligen Ostpreußen geboren wurde, verbrachte den Sommer ab 1958 regelmäßig in Kampen. 1968 dann zog er komplett dorthin.


Anatol Buchholtz, Brutto-Sozial-Fux, Stationen eines Künstlers. Am Sonnabend, 12. Oktober, bis zum 6. Dezember, Galerie Kaamp Hüs, Vernissage: Sonnabend, 12. Oktober, um 17 Uhr.



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