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Sicherheit auf Sylt : Braucht Westerland eine Citystreife?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Verein Sylter Unternehmer will sich mit Sicherheitsdienst gegen Ladendiebe wappnen.

Sie kommen gelegentlich in kleinen Gruppen, greifen sich so viele leicht verkäufliche oder schlecht gesicherte Waren wie möglich, und sind in Nullkommanichts wieder verschwunden. „Geklaut wird einfach alles, vom Playmobil-Kalender über Kleidung bis zur Stereoanlage“, sagt Oliver Boettiger, Geschäftsführer des Mode- und Technik-Hauses H.B. Jensen.

Weil Ladendiebstahl in der Westerländer Innenstadt zwar (noch) kein besonders großes, „aber sehr lästiges“ Problem sei, hält Boettiger viel von der Idee, in der Innenstadt eine sogenannte Citystreife einzusetzen. Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes würden dann durch die beteiligten Geschäfte patroullieren und wären jederzeit rufbereit. „Wenn wir etwas gegen organisierte Diebe unternehmen wollen, ist der Zusammenhalt der Ladeninhaber notwendig. Nur wenn viele mitmachen, kann der Sicherheitsdienst Diebe auch in andere Läden verfolgen und das Hausrecht ausüben. Außerdem hätte die Präsenz eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Diebe.“ Er begrüßt daher die Initiative des Vereins Sylter Unternehmer (SU), der bereits im Januar seine Mitglieder angeschrieben hat, um deren Bereitschaft zu erfragen.

„Elektronische Türsicherungen und Videokameras reichen oft nicht aus, weil auch die Ladendiebe immer professioneller werden“, weiß auch der SU-Vorsitzende Karl Max Hellner und appelliert an die Solidarität der Unternehmerschaft. Dass es bislang kaum Rückmeldungen auf das Anschreiben gibt, lässt für ihn vor allem einen Schluss zu: „Vermutlich ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug.“

Und was hält die Polizei von einer solchen Citystreife? „Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn Ladenbesitzer, wie auch jede Privatperson, geeignete Maßnahmen zur Eigentumssicherung ergreifen“, sagt Sylts Polizeichef Haye Jebsen. Im Hinblick auf den Einsatz von Sicherheitskräften im öffentlichen Raum würde er sich allerdings wünschen, „es vorher gemeinsam mit den Unternehmern zu erörtern, so wie wir es mit dem Ordnungsamt und dem ISTS seit langem machen.“ Jebsen spielt damit auf den seit weit mehr als zehn Jahren in den Sommermonaten an Strand und Promenade sowie in der Innenstadt eingesetzten Wachdienst an. „Mit diesem Wachdienst haben wir als Polizei bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.“

Die Mitarbeiter des Wachdienstes sind täglich von abends 20 Uhr bis morgens fünf Uhr zwischen Himmelsleiter und Friesischer Straße an Strand und Promenade unterwegs, an den Wochenenden bereits ab 15 Uhr. Zudem patroullieren sie an den Wochenenden die ganze Nacht hindurch in der Innenstadt. „Auch unsere Erfahrungen sind sehr positiv, die Beschwerden über nächtlichen Lärm und die Anzeigen wegen Ruhestörung sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen“, sagt Kerstin Hablick vom Ordnungsamt.

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erstellt am 27.Feb.2014 | 12:33 Uhr

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