Hotel Miramar in Westerland : Brandstiftung auf Sylt: Tatverdächtiger gefasst

Die Westerländer und die Tinnumer Feuerwehr waren in der Brandnacht am 2. Mai im Einsatz.
Die Westerländer und die Tinnumer Feuerwehr waren in der Brandnacht am 2. Mai im Einsatz.

Ein Mitarbeiter soll das Sylter Traditionshotel Miramar mehrfach angezündet haben.

shz.de von
16. Mai 2015, 05:51 Uhr

Aufatmen bei der Sylter Kriminalpolizei, der Feuerwehr und natürlich im Traditionshotel Miramar selbst: Der Brandstifter, der für die Feuer in der Silvesternacht 2013 und vor zwei Wochen verantwortlich war, scheint gefasst. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte Rüdiger Meienburg von der Staatsanwaltschaft Flensburg, dass ein „dringend Tatverdächtiger“ festgenommen wurde.

Der mutmaßliche Brandstifter befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Der Mann, der der Belegschaft des Hotels angehört, bestreite die Tat. „Doch die Indizien sind so deutlich, dass ein Haftbefehl erlassen wurde“, teilte Meienburg mit. Darüber hinaus werde nicht nur wegen Brandstiftung, sondern auch wegen anderer Delikte wie Diebstahl gegen den Verdächtigen ermittelt.

Weitere Details nannte die Staatsanwaltschaft nicht: „Wir stehen mit den Ermittlungen noch am Anfang.“ Wie aus informierten Kreisen jedoch weiter zu erfahren war, handelt es sich bei dem Betreffenden um einen langjährigen Mitarbeiter des Hotels. Probleme im Arbeitsverhältnis sollen nach ersten Erkenntnissen das auslösende Moment für die Taten gewesen sein.

Zum Hintergrund: In der Silvesternacht 2013/2014 mussten 120 Gäste des Hotels anderswo untergebracht werden, nachdem es in dem Hotel gegen 21 Uhr in einem Konferenzraum und gegen ein Uhr nachts im Heizungskeller brannte. Brandmittelspürhunde suchten das Gebäude ab, die Kripo ermittelte – zunächst ohne Erfolg. Das Miramar blieb danach aufgrund von Renovierungsarbeiten fast vier Monate geschlossen.

Am 2. Mai dieses Jahres wurden die Sylter Wehren wieder alarmiert: Auch diesmal brannte das Fünf-Sterne-Haus in zwei Räumen. Diesmal fanden die Einsatzkräfte ein Feuer im Technikraum und einen brennenden Wäschehaufen im vierten Stock des Gebäudes vor. Das Hotel musste wieder evakuiert werden – das Betreiberehepaar Christiana und Nicolas Kreis waren entsetzt, empfanden die Brandstiftung als „persönlichen Anschlag“. Das Hotel nahm nach wenigen Tagen den Betrieb wieder auf. Ende vergangener Woche gab die Polizeidirektion Flensburg bekannt, dass für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 25  000 Euro ausgelobt wurde. Ob der mutmaßliche Täter, der nun in Flensburg in Untersuchungshaft sitzt, aufgrund eines solchen Hinweises gefasst wurde, ist momentan nicht bekannt.

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