zur Navigation springen

Finanzausschuss der Gemeinde Sylt : Brandschutzsanierung für den Friesensaal - sonst droht Schließung

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im zweiten Anlauf hat der Finanzausschuss der Gemeinde Sylt den Haushalt verabschiedet.

Paukenschlag im Finanzausschuss: 250  000 Euro müssen in den Brandschutz des Friesensaals investiert werden – sonst drohte KLM-Chef Markus Kopplin mit der sofortigen Schließung des Keitumer Veranstaltungszentrums. Eine weitere Nutzung für Veranstaltungen sei nicht mehr zulässig, er lehne die Verantwortung ab. Die eklatanten Schwachpunkte im Brandschutz überzeugten den Finanzausschuss – bei zwei Enthaltungen empfahlen sie ohne Gegenstimmen, in den sauren Apfel zu beißen.

Bei der Übernahme des Friesensaals von der Gemeinde Sylt in den Bestand des gemeindeeigenen kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) sei festgestellt worden, dass der 1985 errichtete Bau nicht mehr der aktuellen Brandschutzordnung entspricht, erläuterte Finanzausschuss-Vorsitzender Wolfgang Jensen (CDU) unserer Zeitung. Aufgrund der Größe sind die Vorschriften für einen Sonderbau für mehr als 200 Personen einzuhalten. Dazu muss nun eine Hausalarmanlage installiert werden, die bei einem Feuer auch die Wohnungsnutzer und den Kindergarten alarmiert. Mehrere Brandschutztüren müssen eingebaut oder ausgetauscht werden, zwischen verschiedenen Bereichen fehlen rauchdichte Abschottungen und die vorhandene Lüftungsanlage und die Blitzschutzanlage müssen auf Vordermann gebracht werden. Gesamtkosten: 247  718,90 Euro, inklusive eines 20-prozentigen Sicherheitsaufschlages auf die Baukosten, um auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Die dringendsten Maßnahmen aus dem Brandschutzkonzept müssten vorgezogen werden, um „eine temporäre Nutzung unter Auflagen“ zu ermöglichen – dafür veranschlagt Kopplin 15  000 Euro. Bis das Brandschutzkonzept vollends umgesetzt ist, muss bei Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen bzw. bei lauten Veranstaltungen, bei denen ein Brandalarm überhört werden könnte, eine Brandwache im Dachgeschoss postiert werden.

Der Finanzausschuss empfiehlt nun der Gemeindevertretung, in ihrer nächsten Sitzung am kommenden Donnerstag die Brandschutzsanierung zu beschließen. Das Geld dafür soll aus den Betriebserlösen der Gemeindeliegenschaften und aus dem höheren Gewerbesteueraufkommen bereitgestellt werden.


Wenig Finanzspielraum im Gemeindehaushalt


Ohne Gegenstimmen wurde im zweiten Anlauf auch der Haushalt der Gemeinde Sylt verabschiedet. Im ersten Anlauf am 9. November hatte der Finanzausschuss den Entwurf zurückgewiesen, weil sich nicht alle Ausschüsse an die Budgetansätze gehalten hatten. Zudem wurden einige Ausgaben auf die lange Bank geschoben. So soll der Ausbau der Dr.-Ross-Straße erst 2018 und 2019 umgesetzt werden. Größte Einnahmequelle der Gemeinde ist die Gewerbesteuer – für 2017 sind 14,5 Millionen Euro angesetzt.

Kritisch bewertete Wolfgang Jensen im Gespräch mit unserer Zeitung den mit 16 Millionen Euro „aufgeblähten“ Verwaltungshaushalt. Zu viele Ausgaben bereiten dem Finanzausschuss-Vorsitzenden Sorgen. Die Personalkosten seien innerhalb von zwei Jahren von rund 12,5 Millionen (2015) um 1,3 Millionen bzw. 10,4 Prozent auf 13  867  000 Euro (2017) gestiegen. Der Beitrag an den Schulverband steigt um 200  000 Euro auf 2,2 Millionen Euro. Der freie Finanzspielraum von 1  371  600 Euro sei für den Investitionsbedarf der Gemeinde nicht ausreichend. Eine Entnahme aus den Rücklagen sei zwar nicht erforderlich, doch für anstehende Investitionen werde die Gemeinde an einer Neuverschuldung nicht vorbei kommen. So sind zwei Millionen Euro für die Erweiterung des Rathauses und die Zentralisierung der Verwaltung eingeplant, die im Frühjahr 2018 starten könnte. Mit den Empfehlungen des Rathaus-Arbeitskreises wird sich das Kommunalparlament am Donnerstag beschäftigen.

Bei drei Gegenstimmen hat sich der Finanzausschuss für eine Anhebung der Tageskurabgabe ausgesprochen – an den Tageskassen sollen zur Hauptsaison künftig vier Euro statt 3,50 Euro kassiert werden. Außerdem wurden 104  000 Euro für eine auf zwei Jahre befristete Stelle für eine Archivkraft bewilligt.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Feb.2017 | 05:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen