Rocker-Krieg : Brandanschlag auf Clubhaus der "Bandidos"

Das neues Clubhaus der 'Bandidos' in Schleswig-Holstein: Das Chapter der Rocker soll etwa 20 Personen umfassen. Foto: sh:z
Das neues Clubhaus der "Bandidos" in Schleswig-Holstein: Das Chapter der Rocker soll etwa 20 Personen umfassen. Foto: sh:z

Die Rocker der "Bandidos" haben in Wahlstedt ein neues Clubhaus eröffnet - auf das am Wochenende ein Anschlag verübt wurde.

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15. Januar 2012, 02:47 Uhr

Wahlstedt | Der neue "Bandidos"-Club nennt sich "Northgate". Seinen Sitz hat er in der ehemaligen Disco "Déjà-Vu" im Wahlstedter Gewerbegebiet. Das Gebäude soll zwei Kieler Brüdern gehören, die mit Motorradteilen handeln. Uwe Keller, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Kiel: "Der Brandsatz wurde am Sonnabend um 23.35 Uhr am Treppenaufgang gezündet."
Der Gebäudekomplex wird nicht allein von den "Bandidos" genutzt, unter anderem haben dort auch eine Gaststätte und ein Tanzverein Räume gemietet. Sie alle nutzen den gemeinsamen Treppenaufgang - doch das war den Tätern egal. "Gäste der Gaststätte bemerkten das Feuer, konnten die Flammen austreten", sagt Uwe Keller. "Größerer Schaden ist nicht entstanden."
"Wir werden sie beobachten"
Bei dem Brandsatz handelte es sich um einen Molotow-Cocktail, gesehen haben die Gäste aber niemanden. Die Sonderkommission Rocker ermittelt, sie sucht Zeugen. Die Eröffnung eines Chapters (Ortsclubs) mit dem Namen "Northgate" ist eine deutliche Provokation in Richtung der verfeindeten "Hells Angels", die mit ihrem Club "North End" in Alveslohe seit vielen Jahren den Kreis Segeberg dominieren, zuletzt nach Norderstedt expandierten und dort eine Bar eröffneten.
In Schleswig-Holstein hatten sich die "Bandidos" zunächst in Neumünster niedergelassen, nach blutigen Kämpfen verbot Innenminister Klaus Schlie (CDU) im April 2010 diesen Club. Doch die "Bandidos" machten weiter, zogen erst dänische Kutten an und dann über die Grenze nach Padborg in die Räume eines ehemaligen Farbenhandels. Die dänische Kommunalverwaltung entschied dann schnell: Die Vereinsaktivität in dem Gebäude verstößt gegen geltendes Gewerberecht. Danach trafen sich die "Bandidos" zeitweise in der Disco "Antik-Schuppen" in Bad Segeberg, hatten aber keine feste Zentrale mehr in Schleswig-Holstein. Das hat sich nun geändert.
Ist damit das Vereinsverbot des Innenministerium umgangen worden? Schließlich ist den ehemaligen Neumünsteraner "Bandidos" auch die Gründung von Nachfolgeorganisationen untersagt. LKA-Sprecher Uwe Keller erklärt: "Es sind keine Mitglieder aus Neumünster dabei, es handelt sich um eine vollkommen neue Gruppe. Aber wir werden sie beobachten." Sowohl "Bandidos" als auch "Hells Angels" bringt die Polizei in Zusammenhang mit organisierter Kriminalität.

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