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Sylter Straßen : Braderuper Straße wird nicht ausgebaut

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Aufgrund von Einsparungen wird die stark sanierungsbedürftige K120 nicht ausgebaut. Die Bürger zeigen sich enttäuscht.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 05:39 Uhr

Der Weg von Wenningstedt nach Braderup über die Kreisstraße 120 (K120) - auf Sylt besser bekannt unter Braderuper Straße - ist holprig und schmal. Straßenschäden und massive Schlaglöcher lassen die Autofahrer teilweise in Schlangenlinien um die tiefen Asphalt-Löcher der Straße fahren. „Ein Ausbau der Straße ist längst überfällig“, sagt Marc Welsch, Mitglied der Gemeindevertretung Wenningstedt, „ihr Zustand ist katastrophal, einige Kanaldeckel haben etwa zehn Zentimeter Unterschied zur Straßendecke, da ist ein problemloses Vorankommen mit dem Auto völlig unmöglich.“

Eine Sanierung und Verbreiterung sollte, davon ging auch die Gemeindevertretung aus, in den kommenden Jahren erfolgen. Doch die Fördergelder, die der Kreis beim Land Schleswig-Holstein für die Sanierung und den Ausbau beantragt hat, werden nicht fließen, die Maßnahme ist damit auf unbestimmte Zeit verschoben.

„Mit den Geldern, die das Land im ländlichen Straßenbau einspart, bremst es vier dringend benötigte Ausbaumaßnahmen an nordfriesischen Kreisstraßen aus, darunter auch die K120 von Wenningstedt nach Braderup“, sagt Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises Nordfriesland. Von den vier genannten Straßen könnten in den nächsten Jahren nur zwei ausgebaut werden, die K120 sei allerdings nicht darunter: „Die Kreisstraßen 84 in Südtondern und K120 auf Sylt sind zwar dringend ausbaubedürftig, aber nicht so stark beschädigt wie die K6 und die K135 in den Orten St.-Peter-Ording und Schwabstedt.“

„Die Maßnahmen an der K120 waren weitgehend durchgeplant und baureif“, stellt der stellvertretende Landrat Jörg-Friedrich von Sobbe fest, „wenn das Land uns das Geld geben würde, könnten wir sofort mit der Umsetzung beginnen, und in wenigen Jahren würde der Verkehr rollen.“

Für Detlef Görke, Vorsitzender des Planungs-, Bau-, und Wegeausschusses in Wenningstedt, ist das sehr ärgerlich: „Unsere letzte Information aus dem Sommer war, dass das Geld bereit steht“, sagt er, „die Straße ist wirklich in einem ganz schlechtem Zustand. Dass der Ausbau nun nicht erfolgt, erschüttert mich und macht mich auch ein bisschen sprachlos.“

Um wenigstens das Schlagloch-Problem der K120 in den Griff zu bekommen, plant der Kreis, sie zunächst mit einer neuen Straßendecke zu versehen. Damit soll die Situation für einige Jahre entschärfen werden. Nach der Prioritätenliste des Kreises sind diese Maßnahmen allerdings erst im Jahr 2018 vorgesehen. Außerdem stehen sie unter dem Vorbehalt, dass das Land nicht auch seine Fördermittel für Deckenerneuerungen streicht oder stark reduziert. „Sollte das der Fall sein, müsste die Deckensanierung gegebenenfalls erneut verschoben werden,“ sagt Slopianka.

Durch die Maßnahme spart das Land viel Geld: Der eigentlich geplante Vollausbau einschließlich Planungskosten wurde auf 2,2 Millionen Euro geschätzt, die nun vorgesehene Deckenerneuerung wird „lediglich“ mit 950  000 Euro veranschlagt.

Nicht nur die Straßenschäden wären durch einen Vollausbau der K120 behoben worden, auch die Bewohner der Alten Dorfstraße, die V-Förmig von der K120 abgeht, hätten davon profitiert. Dort ist eigentlich eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern erlaubt. Diese wird allerdings, geht man nach den Aussagen einiger Anwohner, durch zahlreiche Verkehrsteilnehmer überschritten. „Es ist einfach eine große Gefahrenstelle“, sagt Ilka Köchy-Winter, Anwohnerin der Alten Dorfstraße, „vor allem die Autofahrer, die von der K120 kommen, rasen da einfach durch.“

Der Antrag auf eine Verkehrsberuhigung der Alten Dorfstraße wurde in der Sitzung der Gemeindevertretung Wenningstedt am vergangenen Montag abgelehnt. Eine Begründung war unter anderem der geplante Vollausbau der K 120: Die Alte Dorfstraße wäre dann nur noch durch eine rechtwinklige Straße zu erreichen.

Ilka Köchy-Winter möchte sich nun weiter für die Verkehrsberuhigung der Alten Dorfstraße einsetzen: „Das Thema ist für uns noch nicht vom Tisch, vor allem, weil die Hauptbegründung aus der Gemeindevertretersitzung nun hinfällig ist.“

 

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