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Sylter Rundschau

22. August 2017 | 17:19 Uhr

BOS-Mast soll im September stehen

vom

Gebäudemanagement Schleswig-Holstein bestätigt Auftragseingang für Funkmastbau im Lister I-Tal / Interessengemeinschaft legt Rechtsmittel ein

List | Das Land hat sich entschieden - der umstrittene BOS-Funkmast für den digitalen Behördenfunk soll noch bis Ende September im Lister I-Tal aufgestellt werden: Wie Lists Bürgermeister Wolfgang Strenger während der Gemeindevertretersitzung mitteilte, habe das Innenministerium den Auftrag zum Bau des Mastes jetzt erteilt. Nachdem sich Lister, Naturschützer und Behörden seit eineinhalb Jahren über einen Standort für den Metall-Turm gestritten hatten, nutzt das Land jetzt seine Hoheitsrechte und ordnet die Errichtung des Mastes auch ohne die Zustimmung der Gemeinde an.

Wenn es allerdings nach der Lister Interessengemeinschaft (IG) geht, die seit Bekanntwerden des Vorhabens gegen den Mast protestiert, werden die Baumaschinen nicht anrücken. Die IG wehrt sich jetzt juristisch vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig gegen den angekündigten Baubeginn. "Entsprechende Maßnahmen sind von uns eingeleitet worden", sagte Sprecher Dr. Joseph Heussen. Mit einer einstweiligen Verfügung wollen die rund 160 Mitglieder der IG den Funkmast im I-Tal verhindern. Für Heussen ist die jetzige Begründung der Aufstellung nicht nachvollziehbar: "Nachdem der Probebetrieb des BOS-Funks landesweit abgebrochen wurde, besteht nun eindeutig keine Eile mehr, zu bauen." Entsprechend seien die Sicherheitsargumente zu diesem Zeitpunkt "nur vorgeschoben".

Währenddessen bestätigte Barbara Müller, Pressesprecherin des Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), den Eingang des Auftrags. "Nach Erteilung der Baufreigabe sind wir am 12. Juli 2013 vom Innenministerium mit der baulichen Abwicklung des BOS-Funkmastes in List auf Sylt beauftragt worden. Gegenwärtig befinden wir uns noch in der Terminabstimmung mit den Firmen, wir gehen jedoch davon aus, dass Mitte September mit dem Bau begonnen werden kann. "

Über die inhaltliche Kritik an dieser Entscheidung hinaus, fühlen sich die Mitglieder der IG vom Landrat Dieter Harrsen schlecht informiert, der im Juni durch ein Gespräch mit Unterer Naturschutzbehörde (UNB) in Husum und Landespolizei in Kiel vermitteln wollte. "Über die Frage, ob solche Gespräche stattgefunden haben und wenn ja, welchen Inhalt sie hatten, wissen wir bis heute nichts", so Heussen. Auf Anfrage bestätigte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka, dass es mehrfach Gespräche zwischen den drei Parteien gegeben habe.

In der Auseinandersetzung um den besten Standort für den 40 Meter hohen Funkmast waren in der Vergangenheit mehrere Möglichkeiten diskutiert worden. Statt des I-Tals waren zum Beispiel das alte Klärwerk am Lister Koog oder auch das Brunnenfeld am westlichen Ortsrand als Ersatzstandorte im Gespräch. Einziges Problem dieser Alternativ-Vorschläge: Die Gemeinde ist von Nationalpark und Naturschutzgebiet umgeben. Somit ließ die Kritik von Naturschutzverbänden und -behörde nicht lange auf sich warten. Der Heimatverein Sölring Forining und die Naturschutzgemeinschaft Sylt hatten sich im Vorfeld entsprechend gegen eine "Verschandelung" der Dünenlandschaft ausgesprochen. "Wir begrüßen, dass keine Naturschutzflächen oder außerhalb der bebauten Ortslagen gebaut werden soll", kommentierte Sölring Forining-Geschäftsführer Sven Lappoehn die Entscheidung des Innenministeriums.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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