Müllsammelaktion : Blitzblanke Dörfer und sauberer Strand

Nicht nur in den Inselorten wurde aufgeräumt, auch der Westrand wurde vom Müll befreit. Der Surfclub Sylt und die Naturschutzgemeinschaft hatten dazu aufgerufen. In List fanden Henriette (36) und Jonathan (3) alle paar Meter ein Gewirr aus Seilen und Netzen.  Foto: steur
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Nicht nur in den Inselorten wurde aufgeräumt, auch der Westrand wurde vom Müll befreit. Der Surfclub Sylt und die Naturschutzgemeinschaft hatten dazu aufgerufen. In List fanden Henriette (36) und Jonathan (3) alle paar Meter ein Gewirr aus Seilen und Netzen. Foto: steur

Zahlreiche Freiwillige bei den sonnabendlichen Müllsammelaktionen in den Orten / Surfer und Naturschützer räumten Sonntag den Strand auf

shz.de von
26. März 2012, 07:21 Uhr

Sylt | Müllzangen, Plastiksäcke, Handschuhe, Warnwesten und Ortspläne - in der Strandkorbhalle in Hörnum lagen Sonnabend früh alle Utensilien zur Dorfreinigung bereit und zwölf Freiwillige machten sich derart ausgerüstet auf den Weg durch den Ort. Wer glaubte, das Großreinemachen sei eine ernste Angelegenheit, der täuschte sich. Schon bei der Aufteilung der Gebiete wurde herzlich gelacht über Kommentare wie "Nix, du läufst nicht die Strecke vom letzten Jahr. Da sind so viele Bänke, da ruhst du dich bloß ständig aus" oder "Nee, nee, mit dem lauf ich nicht, der quatscht ununterbrochen, da kann ich mich nicht konzentrieren." Zwölf Hörnumer sammelten in drei Stunden zehn 120-Liter-Säcke voll Müll, vorwiegend Glasflaschen und Plastikverpackungen von Süßigkeiten.

Die Westerländer hingegen wunderten sich über eine Sammlung leerer Alkoholflaschen, fein säuberlich durchnummeriert (bis zur 17. Flasche wurden alle gefunden) und die Jugendfeuerwehr zog gar ein ganzes Sofa aus einem Brombeergebüsch im Süden des Ortes. Die fleißigen Sammler beklagten sich laut Ursula Lunk-Lorek über den Fund auffällig vieler Flachmänner und darüber, dass die Bauarbeiter bei der Sanierung der Rehaklinik viel Müll fliegen ließen. Die 36 Tinnumer Freiwilligen stellten wie die Morsumer (45) und Archsumer (35) fest, dass die Dörfer sauberer sind als früher. Trotzdem landete neben einem Plattenspieler, Tonvasen und einem kleinen Schlitten wieder haufenweise Plastikmüll in den Containern. "Was wir nicht verstehen ist, dass Hundebesitzer zwar die Hundekotbeutel benutzen, sie aber statt in die Tonne in die Gräben werfen", erklärte etwa Mario Pennino.

In Keitum war deutlich zu sehen, dass an den Straßen, wo viele Autos fahren, der meiste Müll herumliegt. Zigarettenschachteln und Coffee-to-go-Becher haben die Helfer zu Hauf aufgesammelt.

Genauso lustig wie bei den Hörnumern am Sonnabend ging die Strandreinigung des Surfclubs Sylt und der Naturschutzgemeinschaft Sylt am Sonntag los. Schuld war die Umstellung der Uhren auf Sommerzeit. In Kampen kamen deswegen die Müllsäcke und Handschuhe eine halbe Stunde später als verabredet, "weil Jan voll verpennt hat", lachte Surfclub-Vorsitzender Markus Mager. Der freute sich in List vor allem über die Hilfe der Kinder und Jugendlichen. "Ist ein schönes Gefühl, selber was für unsere Insel zu tun und das sollten wir alle von Klein auf lernen." Weitere Fotos gibts im Internet:

www.facebook.com/sylterrundschau

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