Restaurant in Kampen : Bleibender Wert: Kultrestaurant Manne Pahl

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Dort, wo heute das Manne Pahl in Kampen steht, wird auch das Manne Pahl bleiben. Mit einem Beschluss hat die Gemeinde den Standort des Traditionshauses gesichert.

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12. Juni 2014, 05:53 Uhr

Das Restaurant Manne Pahl ist ein Traditionsbetrieb, der aus Kampen nicht mehr wegzudenken ist. Darüber ist sich die Gemeinde einig. Deshalb haben die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung mit einem Beschluss dafür gesorgt, dass der Standort des Manne Pahls auch in Zukunft gesichert ist. Das Grundstück zwischen Bergenten Weg und Zur Uwe Düne wird als sogenanntes „Sondergebiet für Gastronomie“ ausgewiesen, sodass es auch im Falle eines Betreiberwechsels zu keinem anderen Zweck genutzt werden kann. „Das Manne Pahl gehört einfach zu Kampen. Es muss unbedingt erhalten bleiben. Es wäre eine Katastrophe, wenn es das Restaurant nicht mehr geben würde“, sagte Bürgermeisterin Steffi Böhm in der Sitzung.

Anlass zu dieser Entscheidung hatten einige bauliche Auflagen gegeben, die von den Inhabern des Manne Pahls, Pius Regli und Christian Böhm, umgesetzt werden müssen. Dazu gehört zum Beispiel eine Vergrößerung und Modernisierung des Kühlraums. Auch der ehemalige Ziegenstall im Hinterhof, in dem sich derzeit Lager und Waschküche befinden, soll abgerissen und durch einen zeitgemäßen Anbau ersetzt werden, erzählt Regli. Wenn die Hauptsaison vorbei ist, werden die Umbauarbeiten Anfang Oktober beginnen, im November soll der Anbau schon stehen. Für das nächste Jahr ist außerdem eine Erweiterung des Wintergartens geplant.

Über die Entscheidung der Gemeindevertreter ist der gebürtige Schweizer Pius Regli froh: „Es ist ein Bekenntnis für Kampen und ein Bekenntnis für uns“, sagt er. Dass hier mal etwas anderes als ein Gastronomiebetrieb sein könnte, kann er sich nicht mehr vorstellen.

Es steckt viel Geschichte in dem Haus, das um das Jahr 1910 erbaut wurde. Das Ehepaar Pahl führte dort zunächst eine kleine Pension. Ihr Sohn Manne Pahl, nach dem das Haus heute benannt ist, ging von der Insel nach Lübeck, um dort bei Niederegger eine Ausbildung zum Konditor zu machen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Manne Pahl eingezogen und landete schließlich in russischer Gefangenschaft. 1947 kehrte er nach Sylt zurück und eröffnete in der Pension seiner Eltern ein Café, das Café Pahl. Der älteren Inselgeneration ist das Café Pahl noch immer ein Begriff, weiß Regli. Denn schließlich gab es dort die erste Speiseeismaschine auf Sylt. „Die haben einen richtigen Trend damit gesetzt“, erzählt Regli lachend. Bis Mitte der 70er-Jahre blieb das Gebäude im Besitz der Pahls, dann verkauften sie es an die Familie Cramer, die Inhaber der Warsteiner Brauerei. Und die Cramers haben das Haus schließlich zu einem Gastronomiebetrieb umgebaut. Der rote Klinker verschwand, das Gebäude erstrahlte in Weiß. Ein bayrischer Innenarchitekt übernahm die Gestaltung und auch heute noch herrscht mit der grünen Holzvertäfelung mit ihren Malereien ein gewisser Berghüttencharme.

Pius Regli und Christian Böhm haben das Manne Pahl schließlich im Jahre 1986 übernommen. Regli hatte zuvor im Kampener Hotel Village gearbeitet. Vom einfachen Kellner hat er sich hochgearbeitet und zählt heute mit dem „Manne Pahl“ zu den gefragtesten Gastronomen auf der Insel.

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